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 04 - Historische Bahn 

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Nur ein Glasplattennegativ XXIII (Kriegslok)

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 17.08.11 11:32

Heute geht es wiederum mit einem E-Kuppler weiter. Das war zwar nicht geplant, aber da mein DVD Laufwerk die Hufe hochgerissen hat, komme ich an die dort gespeicherten Daten derzeit nicht dran. Das unten angehängte Bild hatte dankenswerterweise Ingo Hütter etwas entzerrt, und so hatte ich es auf meiner Festplatte abgespeichert.

Mitten im WK II bekam die Hibernia AG aufgrund der extrem angestiegenen Transportleistungen 3 nagelneue Lokomotiven von Henschel: 1 Dt und zwei Et's. Alle drei als Heißdampfloks ausgeführt, repräsentierten sie den modernen Lokomotivbau jener Zeit. Wenn man bedenkt, welche Anstrengungen Unternehmen ergreifen mußten, um den Bau einer neuen Lokomotive während des Krieges von den staatlichen Stellen genehmigt zu bekommen, ist dieses scheinbar kleine Lieferkontigent schon ein ganz dicker Batzen!

http://zechenbahnen.square7.ch/Pics/XXIII.jpg

Die letzte dieses Trios war die Henschel 25685/42, die als 31 / T6 in das immer noch gültige BGR Nummernschema eingereiht wurde. Wenn man genau hinschaut, erkennt man das kleine Nummernschild auf der Rauchkammertüre und das Gattungsschild an der Führerhausseitenwand. Ansonsten präsentiert sich diese Lok im klassischen und unverwechselbaren "Henschel-Stil" jener Zeit. Im Gegensatz zu ihrer Schwesterlok (He 25684/42, 30 / T6) hat sie noch einen Krempenschornstein erhalten. Die Henschel-Listen verraten uns, daß sie Zylinder mit 600 mm Hub und Durchmesser, einen Treibraddurchmesser von 1200 mm und eine Zugkarft von 14.000 kg hatte. Das Dienstgewicht lag bei 80 to, so daß eine Radsatzlast von 16 to herauskam.

Ab dem Januar 1953 hörte diese Lokomotive dann auf den Namen 42-E. Auch sie wurde, wie viele andere Hibernia-Loks auch, mit einem Henschel Mischvorwärmer mit Turbospeisepumpe ausgerüstet. Zusätzlich bekam die Maschine noch Fledermauswindleitbleche seitlich des Schlots, deren Wirkung bei max. 40 km/h Fahrgeschwindigkeit wohl kaum nennenswert gewesen sein dürfte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt bekam die Lok dann auch noch eine Knorr-Pumpe für die Druckluftbremse - hier ist noch mit Dampfbremse porträtiert worden.

Um 1970/71 wurde die 42-E abgestellt und vermutlich kurz danach zerlegt. Ihre schon erwähnte Schwesterlok 41-E kam im Januar 1972 an die DGEG, die sie jetzt schon seit vielen Jahren vor die Starlight-Express-Halle in Bochum ausgelagert hat.

Interessant an dem Bild ist natürlich auch die links abgeschnittene Lok der Henschel-Type Frankfurt, die einen (Achtung: running gag!) Zug aus Talbot-Flachbodenselbstentladern ( [www.drehscheibe-foren.de] )am Haken hat sowie die etwas kuriose Bauweise der Lichtsignale.

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3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:11:05:20:22:44.
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Re: Nur ein Glasplattennegativ XXIII (Kriegslok)

geschrieben von: 03 1008

Datum: 17.08.11 16:04

Hallo Joachim,

vielen Dank für die schöne Aufnahme! Ein Vergleichsfoto der Lok mit den ulkigen Windleitblechen hat Stefan hier vor einiger Zeit eingestellt:

[www.drehscheibe-foren.de]

Übrigens auch erstaunlich, wie lange die genieteten Wasserkästen bei den Werkbahnloks beibehalten wurden. Schließlich hatte Henschel die 86er schon ab 1936 mit geschweißten Wasserkästen ausgeliefert (erste Nummer 86 252). Da haben sich wohl einige Werktätige an der Arbeit festgehalten, was in der Zeit durchaus verständlich war.

Viele Grüße, Helmut
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Re: Nur ein Glasplattennegativ XXIII (Kriegslok)

geschrieben von: Klaus Heckemanns

Datum: 17.08.11 22:24

Hallo Joachim,

ich bin begeistert, daß Deine Glasplatten auch so schöne Dampfloks hervorbringen. Wahrscheinlich habe ich das in der Vergangenheit nicht so genau verfolgt, meine aber, daß zuletzt vorzugsweise Wagen "dran waren". Und dann auch noch die Hibernia E-Kuppler, die für mich zu den eindrucksvollsten Zechenbahnmaschinen gehören. Das fand sogar mein Vater, dem diese Loks im Essener Norden aufgefallen waren, seitdem sein Junge ihn für das Thema sensibilisiert hatte. Er hatte mich dann eines Tages mal dorthin mitgenommen, wo er sie gesehen hatte; es ist mir jedoch nur ein "mickriger" C-Kuppler vor die Linse gekommen. Im nachhinein muß man wohl erkennen, daß die Maschinen kurze Zeit zuvor abgestellt worden waren und für mich schließlich die 41-E noch im Dahlhausener Museum anzutreffen war. Mit einem solchen Bezug schaut man diese hochwertigen Aufnahmen gleich doppelt gerne an.

Schöne Grüße

Klaus
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Re: Nur ein Glasplattennegativ XXIII (Kriegslok)

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 18.08.11 17:40

Bezüglich der Nietung denke ich mal, daß das auch mit dem extremen Konservatismus von Bergbaubetrieben zusammenhängt. Schmiede, die des Nietens mächtig waren, gab es in den Werkstätten genug, solche mit Schweiß-Erfahrung eher weniger. Darüber hinaus denke ich mal, daß man bezüglich der Einführung solcher Neuerungen auch skeptisch war, weil man noch keine langfristigen Erfahrungen hatte. Und eine Lok mit leckendem Wasserkasten kann keine Kohlen transportieren.....

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Re: Nur ein Glasplattennegativ XXIII (Kriegslok)

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 18.08.11 17:44

Klaus, Danke für das nette Lob :)))

Wenn Du Zeit und Muße "für zum Nachlesen" hast, dann hast Du hier einen link zum Inhaltsverzeichnis meiner Glasplattenbeitrge:

[www.drehscheibe-foren.de]

Oh, das ist ja interessant, daß selbst Deinem Vater diese Brocken ins Auge gefallen waren. Er hat sie bestimmt im Hafen Bottrop oder gar doch auf der Zeche Mathias Stinnes 1/2/5 in Karnap entdeckt (der Stinnes-Zechenbereich kam 1969 noch zur Hibernia!). Falls letzteres zutreffen sollte, hat er dort wirklich einen weißen Raben gesichtet!

Schöne Grüße zurück
Joachim

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