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Mit HS unterwegs – Rätsel für Dampflok-Technik Fans (1 B)

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 13.11.09 17:05

Seit je her war und ist HS an der Technik der Dampflokomotiven interessiert. So ist es kein Wunder, dass er bei seinen Fototouren immer auch einen wachen Blick für besondere technische Lösungen und Bauartabweichungen hatte, die dann auch in Detail-Aufnahmen festgehalten wurden.

Das ermöglicht es uns, heute mal wieder eine kleine Rätselfrage zu stellen. Zunächst das Bild:

Bild 1:
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Diverses/b01-So_einfach_gehts_nicht-2.jpg

Die üblichen Fragen "Was", "Wo", "Wann" möchten wir in diesem Fall etwas ausführlicher formulieren. Also

- WAS ist die technische Besonderheit, die hier zu sehen ist ?
- WELCHE auch westlich des eisernen Vorhangs verkehrende Loktype kommt damit in Betracht ?
- WO und bei welcher Bahngesellschaft wurden Lokomotiven dieses Typs eingesetzt ?
- Bis WANN wurden diese Lokomotiven eingesetzt ?

Ich bin mir sicher, dass der eine oder andere aus unserem Kreis diese Loks selber noch gesehen oder sogar fotografiert hat (ich selbst gehöre leider nicht dazu). Und wer sich für Dampflok-Technik interessiert, wird vielleicht von dieser besonderen Konstruktion schon einmal etwas gelesen oder Bilder gesehen haben.

Also, nichts wie ran, das Rätsel ist gar nicht so schwer.

Vorinformierte und "Alles-Wisser" werden wie üblich gebeten, sich zunächst zurück zu halten. Gebt den anderen bitte auch eine Chance, sich an die Lösung heranzuarbeiten.

Schönen Tag noch,
Ulrich B.

PS: Dieses Rätsel ist als Auftakt einer kleinen Beitragsfolge gedacht, wo wir ein paar Bilder der Bahn, wo diese Lokomotiven einst eingesetzt wurden, zeigen könnten - falls Interesse daran besteht.

Re: Mit HS unterwegs – Rätsel für Dampflok-Technik Fans (1 B)

geschrieben von: 52 2006

Datum: 13.11.09 18:29

Auch Westlich, Schmalspur, ich sage mal BBÖ/ÖBB-Baureihe U, um das mal eng einzugrenzen, denn die U fuhr auch auf dem Schmalspurnetz nördlich des Waldviertels in der Tschechei,bzw. da gibts immer noch welche.

kondensierte Grüße, Stefan

http://www.stefan-matthaeus.homepage.t-online.de/52KON-1.gifhttp://www.stefan-matthaeus.homepage.t-online.de/52KON-2.gifhttp://www.stefan-matthaeus.homepage.t-online.de/SAR25sm.gif
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Re: Mit HS unterwegs – Rätsel für Dampflok-Technik Fans (1 B)

geschrieben von: NWE 7

Datum: 13.11.09 19:07

Hallo,
ich weiss zwar nicht was zu sehen ist, aber eine U, UV oder Uh ist das eher nicht.

Stillstand ist der Lauf der Dinge.

http://home.arcor.de/conny.maus/nassauische/schild.jpg
Philipp




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:11:13:19:07:36.

noch ziemlich kalt ...

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 13.11.09 19:13

die grobe geografische Himmelrichtung, vom Pott aus gesehen, stimmt schon mal.

Aber Fahrzeug/Technik - ziemlich kalt ;-((

Also weiter,
Ulrich

Re: Mit HS unterwegs – Rätsel für Dampflok-Technik Fans (1 B)

geschrieben von: S&B

Datum: 13.11.09 19:30

Sollte es sich um den Antrieb für eine Lenz Ventilsteuerung handeln?
Dann ist neben Österreich vor allem die Oldenburger Staatsbahn darin führend.
Grüße
Ulrich

nein, keine Ventilsteuerung

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 13.11.09 19:42

sorry, weder eine Lentz Ventilsteuerung, noch irgend eine andere.

Ulrich B.

Re: Mit HS unterwegs – Rätsel für Dampflok-Technik Fans (1 B)

geschrieben von: schwarzfahrer2

Datum: 13.11.09 19:44

Einen schönen guten Abend! Ich muß mich auch mal melden. Erste Mal! Das ist die verwickelte Steuerung einer ungarischen 375.
Wahrscheinlich eine der vier Loks von der GySEV. Die Loks fuhren bei der MAV als 375 und bei der JZ als 51. Die letzten hab ich 1990 in Sid, damals noch Jugoslawien gesehen, aber kalt. Die Serien aus der Nachkriegszeit hatten dann " normale" Steuerung.
Ich hoffe ich hab nix falsch gemacht.

Schöne Grüße ins Land
Detlef

Re: Hoffentlich wärmer ...

geschrieben von: ICE

Datum: 13.11.09 19:48

... wegen des runden Teils am Schieberkasten: Ungarn. Wegen "westlich des Eisernen": GySEV, am Neusiedlersee.

Nach Schmalspur sieht es mir nicht aus.

Die Steuerung hat anscheinend keine Schwinge, sondern eine Kinematik, die ich aus dieser Perspektive noch nicht so ganz durchschauen kann. Etwas Ähnliches hat Gölsdorf mit seiner Winkelhebelsteuerung gemacht, z.B. an der Yv2 der Ybbstalbahn.
Dies hier sieht aber ganz anders aus.

Rätselhaft - tolle Sache!

Grüße

Helmut (ICE)

Edit: Da war wer schneller ...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:11:13:19:50:10.

Des Rätsels Lösung (noch 2 B)

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 13.11.09 20:38

Ein Tusch ist fällig. Nach 2 Stunden und 39 Minuten hat Detlef, der Schwarzfahrer2, die richtige Lösung präsentiert. Und das bei seinem ersten Auftritt im HiFo. Da ist noch ein extra Tusch fällig. Gratulation!

Aber der ICE Helmut war auch nah dran, zumindest GySEV war richtig.

Also, wie Detlef richtig herausgefunden hat, zeigt das Bild das Triebwerk einer ungarischen 1’C1’-Tenderlok, und zwar der GySEV 124. Diese Lok entspricht weitgehend der MAV Baureihe 375.

Zunächst einmal ein Bild dieser Lok in ganzer Schönheit, aufgenommen am 12.06.70 in Mönchhof an der Neusiedler-See Strecke, die östlich des Sees durch den sog. Seewinkel führt.

Bild 2:
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/GySEV/r02-GySEV_124.jpg


Es schadet sicher nichts, noch ein paar technische Details nachzureichen.

Die technische Besonderheit dieser Lokomotiven ist die Steuerung. Die Einstellung der Schieberschubstange in der Schwinge erfolgt bei dieser Konstruktion nicht von oben durch ein hängendes Pendel (wie bei der klassischen Hängeeisen-Steuerung), sondern von unten her über ein stehendes Pendel. Dieses erkennt man am besten aus der folgenden Zeichnung des Triebwerks der MAV 375.

Bild 3:
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/GySEV/r03-MAV_375-Aus.jpg

Die Zeichnung ist ein Ausschnitt aus einer Gesamtzeichnung der MAV 375, die im Metzeltin, "Die Entwicklung der Lokomotive, II. Band 1880 - 1920", wiedergegeben ist.

Zur Verdeutlichung der Funktionsweise habe ich die Glieder des Verstellmechanismus’ gelb hinterlegt. So ist besser zu erkennen, wie die Verstellbewegung der Steuerstange über den Kniehebel und eine dreifache Umlenkung auf die Schieberschubstange übertragen wird.

Der Konstruktion lag der Gedanke zugrunde, den sonst bei Tenderlokomotiven üblichen Ausschnitt im Wasserkasten zu vermeiden oder zumindest deutlich zu verkleinern. Allerdings bedingte diese Bauweise einen erheblichen "Klapperatismus" und eine recht massive Stützkonsole für die Lagerung des unteren Gelenkhebels, wie das auf dem Rätselbild (Bild 1 im Ausgangsbeitrag) sehr schön zu sehen ist. Gegenüber der etwa zeitgleich entwickelten Kuhnschen Schleife konnte sich diese Steuerungs-Bauart nicht durchsetzen und blieb auf wenige Lokomotivbauarten beschränkt.

Und eben davon liefen die wohl letzten Exemplare noch bis in die 80er Jahre bei der GySEV, der Györ – Sopron – Ebenfurti Vasút (oder auf Deutsch: Raab – Ödenburg – Ebenfurter Eisenbahn). Die Lokomotiven trugen bei der GySEV die Betriebnummern 121 – 124. Davon waren die Loks 121 und 122 ursprünglich Nassdampf-Verbundmaschinen, während die beiden anderen (moderneren) als Heißdampfloks mit einfacher Dampfdehnung ausgeführt waren.

Die in Bild 1 u. 2 gezeigte Lok 124 wurde erst 1950 von der Lokomotivfabrik Budapest unter der Fabriknummer 6169 gebaut und als 375.675 an die MAV geliefert. 1953 wurde sie an die GySEV abgegeben, wo sie bis 2001 (!) im Einsatz war, zuletzt allerdings wohl nur noch als betriebsfähige Museumslok. In 5/2002 erwarb das Eisenbahnmuseum Groß Schwechat (VEF) die Maschine, die nach wie vor betriebsfähig ist.

Drei Urlaubsreisen haben HS 1968, ’70 und ’72 an den Neusiedlersee geführt und selbstverständlich hat er dort auch den höchst interessanten Betrieb bei der GySEV fotografisch dokumentiert. Dabei kamen ihm nicht nur die kleinen Prärie-Tenderloks 121 – 124 vor die Linse, sondern auch weitere GySEV und ÖBB Dampfer sowie höchst reizvolle Dieseltriebwagen jeder Altersstufe. Auch wenn wir in der letzten Zeit zahlreiche schöne Bilder von Rolf-311 zum Thema GySEV gesehen haben, es besteht doch sicher Interesse, diese Bilder vom Planbetrieb demnächst in weiteren Beiträgen zu zeigen?

Schönen Tag noch,
Ulrich B.

Re: Des Rätsels Lösung (und noch 2 B)

geschrieben von: ICE

Datum: 13.11.09 21:48

Hallo,

also doch mit Schwinge.

Am 9.8.1982 habe ich in Szerenc die MAV 375.670 fotografiert - die Steuerung hatte ich aber nicht mehr im Gedächtnis.
Hier das Bild:

375_Szerencs.jpg

Und hier zum Vergleich die erwähnte Yv2, am 31.7.1982 in Waidhofen/Ybbs. Ohne Schwinge - der Winkelhebel enthält einen Lenker, der die Schieberschubstange (verdeckt) mit dem linken Ende verbindet und so die Kreisbahn der Schwinge nachbildet. Leider steht die Steuerung auf Mitte, so dass man diesen Lenker nicht sehen kann. Der Winkelhebel ist vorne "doppelt" und beide Seiten sind mit einem hübsch gebogenem Bügel verbunden.

Yv2-Steuerung.jpg

Noch einen schönen Abend wünscht

Helmut (ICE)

Re: Des Rätsels Lösung (und noch 2 B)

geschrieben von: Andras

Datum: 13.11.09 22:09

...und hier das Triebwerk der 375,670 in Aktion, März 1982.

375,670 1982.3.28.sm.jpg

Genial! (o.w.T)

geschrieben von: ICE

Datum: 13.11.09 22:10

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Des Rätsels Lösung (noch 2 B)

geschrieben von: Rolf_311

Datum: 13.11.09 23:00

Sehr interessant!
Ich hätte das anhand dieses Ausschnitt nicht identifizieren können. Ich hatte auch Schmalspur vermutet, zumal die Schienen-Profile, auf denen das Rätsel-Objekt abgebildet ist, eher den Charakter von Blumendraht haben.
Da zeigt sich einfach, dass ich nur interessierter Laie, zeitweise auch Fotograf, aber nie "Techniker" gewesen bin.

Die Frage, ob an weiteren Bildern Interesse besteht, ist hoffentlich nur rhetorisch aufzufassen. Natürlich besteht Interesse! – Sehr sogar...
Zumal die in Aussicht gestellten Bilder aus weit früheren Jahren stammen, als die Bilder meiner bescheidene Stippvisite.

Rolf

Re: Mit HS unterwegs – Rätsel für Dampflok-Technik Fans (1 B)

geschrieben von: 03 1008

Datum: 14.11.09 09:05

Hallo Herbert, hallo Ulrich,

da Ihr mich vorab zum Schweigen verdonnert habt, kann ich mich erst jetzt für das nette Rätsel bedanken. Natürlich bin auch ich an weiteren GySEV-Fotos interessiert, zumal ich es nie dorthin geschafft habe.

Langjährige HiFo-User mit Super-Gedächtnis hätten die Lösung des Rätsels eigentlich kennen müssen ;-)
[www.drehscheibe-foren.de]

Viele Grüße, Helmut

Allmächt - 'ne Steheisensteuerung!

geschrieben von: Bernhard Terjung

Datum: 14.11.09 10:58

Moin Ulrich,

zwar habe ich die geografische Richtung korrekt vermutet, aber die Lokbaureihe hätte ich nicht nennen können, da habe ich zu große Wissenslücken bei den "Österreichischen" Bauarten im weitesten Sinne.

Ein schönes und interessantes Rätsel. Ich bin immer ganz begeistert von solchen technische Feinheiten, die "der Fan an sich" gerne übersieht oder gar nicht kennt.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

Bernhard



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:11:14:14:12:34.

Re: Des Rätsels Lösung (noch 2 B)

geschrieben von: Roststab

Datum: 14.11.09 11:09

Schade, daß die Besonderheit der Steuerung auf dem Ausgangsbild nicht herauskommt. Da ist die Schwinge nicht erkennbar, von dem Umlenkhebel ist nur der vordere Teil sichtbar und die Stütze für den Schwingenträger kann wegen des Bildausschnitts für eine Ventilschieberstange gehalten werden, wie der eine oder andere User es auch gemacht hat.

Die "normale" Bedienung einer Steuermutter vorausgesetzt, ergibt sich bei dieser Bauart der Steuerung allerdings ein großes Steinspringen in der Schwinge bei Vorwärtsfahrt. Wogegen bei Rückwärtsfahrt das Steinspringen im üblichen Bereich einer Hängeeisensteuerung (auf Vorwärtsfahrt!) liegen dürfte.

Wie man den Lokführern beigebracht hat, für Vortwärtsfahrt die Spindel nach links zu drehen, dürfte in dem Zusammenhang ein anderes interessantes Kapitel sein. Siehe einschlägige Literatur zur T18.

@ 03 1008

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 14.11.09 13:05

Helmut,

danke für die faire Zurückhaltung und den Hinweis auf frühere Diskussionen zu dem Thema. Wenn man Deinem Link folgt, muss schon weit herunterscrollen, um zu dem entscheidenden Bild zu kommen. Daher verlinke ich Dein Bild hier noch mal direkt:

http://img5.imageshack.us/img5/6259/51052dsvrljig0910050xy.jpg

Durch die seitliche Ansicht ist die "Hebelei" sehr gut zu erkennen.

Ich sehe mich in der Annahme bestätigt, dass Du auch ohne Vorinformation dieses Rätsel sofort gelöst hättest.

Also nochmals danke und Gruß,
bis heut' Nachmittag?
Ulrich B.

...noch ein Bild

geschrieben von: Andras

Datum: 14.11.09 22:21

...noch ein bewegtes Bild aus dem Jahr 1981.

375Szerencs.sm.jpg

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