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Mit HS unterwegs – 52 Kondens in Rosenheim (3 B)

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 03.12.08 18:50

Der weiter unten stehende Beitrag von Dieter alias ’heavyduty’ "Noch eine Kondens-Heizlok" und die sich daran anschließende Diskussion haben mir keine Ruhe gelassen, gibt es doch im Archiv von HS auch zwei Aufnahmen einer Rosenheimer Kondenslok, ohne dass (mir) bisher die frühere reguläre 52er-Nummer bekannt war. Und da der ursprüngliche Thread inzwischen so lang ist, dass ich nicht sicher bin, überhaupt noch wahrgenommen zu werden, fang ich noch mal einen neuen an.

Zunächst die beiden Bilder, aufgenommen in Rosenheim am 02.06.61.

Bild 1:
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/52Heizlok/b01-KatNr_475.jpg


Und das gleiche noch mal von hinten,

Bild 2.
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/52Heizlok/b02-KatNr_475.jpg


Ein Ausschnitt der beiden Tenderbeschriftungen hinten zeigt eindeutig, dass es sich bei der vorderen Lok um die KatNr 475 handelt, also die ehemalige 52 1895.

Bild 3:
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/52Heizlok/b03-KatNr_475_Aus.jpg


Damit ist für die wichtigste Frage zu den Bildern geklärt. Bleibt lediglich offen, welche Lok dahinter steht. Ich meine auf dem Bild 52 1898 zu lesen – das würde zu den Angaben von unserem Kondens-Stefan passen. Hartmut Riedemann aber zitiert eine Quelle, nachdem in Rosenheim in der fraglichen Zeit neben der 52 1895 nur die 52 1893 verwendet worden sein soll.

Ja, watt nu?

Ich bin gespannt, ob wir das hier noch rauskriegen.

Schönen Abend noch,
Ulrich B.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:02:27:09:37:29.

Ja, watt nu? . . .

geschrieben von: Hartmut Riedemann

Datum: 03.12.08 19:13

Hallo Ulrich,

herzlichen Dank für die Bilder aus HS's Bestand, die wieder mal mehr Fragen aufwerfen als klären.

Als erstes möchte ichmich Deiner Meinung zur hinteren Lok anschließen, dass es sich um 52 1898 handelt, die dann Kat-Nr. 476 gehabt hat und die ziemlich unstrittig ist.

Nach den veröffentlichten Auswertungen der entsprechenden Unterlagen aus dem Bw Rosenheim von Peter Schricker, sind immer nur zwei 52 Kon als Heizloks in Rosenheim gewesen, 52 1898 und 52 1893 (Kat-Nr. 93). Die führt er auch über all' die Jahre auf.
52 1895 als Kat-Nr. 475 erwähnt er nicht.

Ich bin also sehr erstaunt, hier auf dem Bild am Tender die Kat-Nr. 475 zu lesen.

Zudem scheint mir diese Lok, also Kat-Nr. 475 auch eine andere zu sein, als die auf Hermann Gerdes Foto.
Der Aufbau vor dem Führerhaus sieht etwas abweichend aus, dann hat die 475 noch eine Leitung vom Dampfdom zur Lichtmaschine auf dem Kessel, der auch bei der anderen Lok fehlt, bei der 475 gibt es noch eine Leitung um die Waschluke herum, fehlt auch auf dem Gerdes'schen Foto und auch die Leitungen zur Speisepumpe auf der rechten Seite sieht anders verlegt aus, als auf dem Gerdes'schen Foto. Zudem hat die 475 noch die Luftpumpe, die natürlich zwischen 1961 und 1963 abmontiert worden sein kann.

Ich weiß im Augenblick nicht weiter.

Beste Grüße
Hartmut

Ja, watt nu? > Kleiner Einwurf

geschrieben von: Lothar Behlau

Datum: 03.12.08 20:41

Hallo Spezialinteressierte,

ohne wirklichen Überblick zu haben, möchte ich noch ein paar Vermerke aus meinen alten Aufzeichnungen zum Besten geben (aber ohne zu wissen, woher die stammen, wie so oft in solchen Fällen):

Demnach soll 52 1893 alias Heizlok München 93 schon in den Fünfzigern in Katasternummer 474 umgezeichnet worden sein - was ja einer gewissen Systematik entsprechen würde. Im Juli 1958 wird sie aus Simbach gemeldet, also auch im Widerspruch zu den Schrickerschen Angaben!

Die vordere Lok könnte tatsächlich jeweils eine andere sein, der Tender aber wohl nicht: siehe die Lamellenreihe ganz rechts, dritte und vierte Lamelle von unten. Vielleicht hat man reihum drei Lok mit zwei Tendern verwendet? Die "475" am Tender hat meiner Meinung nach nicht viel zu sagen: wer wird denn bei einem Wechsel der Heizlok die Tendernummer korrigiert haben (siehe die längst ungültige Loknummer direkt daneben)?

Und dann gibt es ja auch noch 52 1889, alte Heizloknummer München 51, die möglicherweise (aber nirgendwo aufgeführt) später auch in die 4xx-Serie umgezeichnet worden ist. Auch sie soll bis 1963 existiert haben, nur scheint keiner zu wissen, wo sie denn gesteckt hat.

Und als Zahlenfetischist fällt mir natürlich sofort auf, welch' wunderbare Lese- und Übertragungsfehlermöglichkeiten in den Ziffern 1889/1893/1895/1898 stecken!

Habe ich also zur weiteren Konfusion beigetragen?

Lothar Behlau, Köln

Ein bißchen Reklame kann ja nicht schaden:
http://666kb.com/i/dhfrdrhib144hb1cj.jpg
Womit ich aber nicht meine Lieblingsfirma meine, sondern das Symbol rechts außen - wer durchschaut, was es damit auf sich hat?




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:12:04:18:30:31.

Re: Ja, watt nu? . . .

geschrieben von: heavyduty

Datum: 03.12.08 21:06

Salü.

Ich habe mal die Bilder (von HS und den Originalscan des Gerdes-Bildes übereinander auf den Bildschirm gelegt. Da gibt es einige Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten.

Zunächst scheint mir das Hasenkästchen (wofür war das gut?) vor dem Führerhaus nicht unterschiedlich zu sein. Auch die verbogene rechte Griffstange am Aufstieg hinter dem Kohlenkasten scheint gleich.
Natürlich fehlt bei HG die Luftpumpe und auch die Leitung zur Lichtmaschine, aber die fehlt ja selbst auch. Ausserdem unterscheiden sich die Anschriften am Führerhaus und auch die Stellung der Gegengewichte, was nur bedeuten kann, das da eine Lok bewegt wurde. Warum?

Drei Möglichkeiten:

1. Man hat die beiden Loks vertauscht, von vorne nach hinten, aber weshalb?

2. Zumindest die erste Lok ist ausgetauscht worden. Stand am 2.6.1961 noch die 475 vorne (ist ja bewiesen), so steht jetzt die 93 oder 476 vorne. Frage also, wann wurde die 475 aus Rosenheim abgezogen?

3. Es ist immer noch die gleiche Lok, aber sie war inzwischen im AW. Darauf können die geklaute Luftpumpe und Lichtmaschine hinweisen, ebenso die Vereinfachung der Anschriften am Führerhaus. Auch die fehlende Leitung an der Waschluke und die leicht geänderte Speiseleitung passen dazu.

Das Problem ist nun aber, das die Loks ja garnicht bewegt werden konnten, denn die Bilder scheinen zu zeigen, dass die Gleise vor den Loks abgeschnitten waren und dahinter zumindest von grossen Kohlehaufen verschüttet war. Aber die Gegengewichte stehen doch anders!!!
Nun seht Euch mal die Wasserkrane auf Hermanns Bilder im Jahr 1963 an. Bei HS fehlen sie zwei Jahre früher!!! Kann doch kaum sein, dass die zwischen 2.6.61 und 1.5.63 neu da hingestellt wurden. Ausserdem sehe ich zu wenig Gleise bei HS.

Ulrich prüf' doch mal bitte, ob die Bilder nicht von der anderen Seite (Schienenbus in Hermanns Bildern) aufgenommen wurden.

Gruss
Dieter

edit: Letzten Satz streichen, kann ja nicht sein.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:12:03:21:17:31.

Re: Ja, watt nu? . . .

geschrieben von: Steffen Hennig

Datum: 03.12.08 21:13

Hallo
Bei der vorderen Lok sind ja auch die Räder gegenüber dem 1. Beitrag verdreht. Die wird man ja nicht auf der Stelle verdreht haben. Die Lok muß mal wegbewegt worden sein und später wieder hin oder eben eine andere Lok kam da hin. Auch die Anschriften am Führerhaus sind unterschiedlich. Der Tender würde ich sagen ist der gleiche. Man vergleiche die Lamellen an der Seite.
Gruß
Steffen

Re: Ja, watt nu? . . .

geschrieben von: Guido Rademacher

Datum: 03.12.08 21:43

Das muss ich in allen Beobachtungen Steffen zustimmen.

Allerdings macht mich das Thema wegbewegen stutzig. Da gibt es gar keine Möglichkeit außer per Kran, oder sehe ich das falsch?

Beste Grüße

Guido

http://www.guidorademacher.de/Banner.jpg

Aufnahmedaten?

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 03.12.08 21:54

Hallo Dieter,
Du sprichst das Problem an, wir sollten auch die Umgebung beachten. Auf Hermann Gerdes' Bildern von 1963 sind mehrere Details (Wasserkräne, der große Kohlenkran!) zu sehen, die auf Herberts Bildern fehlen. Zumindest der Kohlenkran wird zwischen 1961 und 1963 nicht neu gebaut worden sein;-) Also gehe ich davon aus, daß die auf 1963 datierten Bilder älter sind als die auf 1961 datierten. Vielleicht könnt Ihr die Fotografen noch einmal befragen, ob die Aufnahmedaten wirklich so stimmen.

Um die Loks zu bewegen, ließe sich der Kohlenhaufen wegbaggern. Daß die Lok bewegt oder gar getauscht wurde, scheint ja unstreitig zu sein.
Viele Grüße
Stefan

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/58/781958/6638303363633862.jpg http://foto.arcor-online.net/palb/alben/58/781958/3338386331616233.jpg

Ich muss noch etwas ergänzen:

geschrieben von: heavyduty

Datum: 03.12.08 21:56

Gerade habe ich die Bilder wieder auf meiner FP gefunden, die ich schon einmal angesprochen habe, und die, wie ich glaube, unser Kondenser mir einmal zugemailt hat. Leider kann ich die Quelle nicht angeben so dass ich sie hier auch nicht als Beweise heranziehen kann. Auch das Datum ist nicht im Dateinamen vermerkt.

Aber:
Sie zeigen von vorne nach hinten die Kat 475 und Kat 476. Eindeutig auf der Rauchkammertür angeschrieben.
Die vordere 475 hat exakt die gleiche Stellung der Gegengewichte wie auf HS's Bildern und auch die Ausrüstung mit Pumpe und Lichtmaschine ist noch vollständig. Der Witz ist aber, dass die beiden Wasserkräne unmittelbar an der Lok vorhanden sind, genau wie bei Hermanns Bildern. Der Unterschied ist jedoch, dass auf der Führerhausseitenwand ebenfalls gross Kat 475 aufgemalt ist, aber sonst absolut nichts!
Beide Loks haben übrigens noch die Saugzugturbine.

Nun aber zu Hermanns Lok:
Die 52 1893 wird's wohl nicht sein, denn von der existiert ein Griebl-Foto aus Simbach, das die Lok abgestellt ohne Kuppel- und Treibstangen am 27.7.1958 zeigt. Sie ist gekuppelt mit einem schwer erkennbaren Normaltender mit Gleitlagern. Dahinter steht noch eine G 8.1 oder G 8.1 U.
Wenn die Lok tatsächlich noch einmal als Heizlok in Betrieb kam, dann fragt man sich natürlich, warum sie dazu extra wieder mit einem Kondenstender ausgerüstet wurde.
Unter der Originalnummer auf der RK-Tür kann man ganz schwach so etwas wie "Kat 474" und nicht "93" lesen, aber eindeutig 52 1893. Sie ist abgestellt und in schlechtem Zustand, auch wenn ihr Schornstein abgedeckt ist und die Speisepumpe der Heizerseite sogar noch Frostschutzverkleidung hat.

Natürlich wurden Heizloks im Juli häufig nicht gebraucht, aber warum sollte man sie mit einem fremden Tender abstellen für die Nichtheizperiode? Kann es sein, dass die 1893 damals schon endgültig ausser Betrieb war?

Scheinbar stimmt da eine ganze Menge in der Kondenslokgeschichte nicht so recht.

Gruss
Dieter

Re: Aufnahmedaten?

geschrieben von: heavyduty

Datum: 03.12.08 22:11

Hallo Stefan,

Hermann hat erst im August 1961 mit Farbdias angefangen, und in dem Magazin waren Aufnahmen von 1962 und 1963. Daneben hat er weiter sw fotografiert und zwar mehr als Farbdia. Die sw-Aufnahme stammt aus dem von mir so genannten Negativblatt "Gerdes-29" und dort finden sich ausschliesslich Negative von Mai bis Juli 1963.
Deshalb glaube ich nicht an einen Irrtum.

Allerdings kann es sein, dass bei der Tenderaufnahme von HS die Wasserkräne gerade rechts aus dem Bild verschwunden sind. Hier kann die Perspektive der Aufnahmen von Hermann auch täuschen.

Gruss
Dieter





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:12:03:22:16:25.

Re: Mit HS unterwegs – 52 Kondens in Rosenheim (3 B)

geschrieben von: 52 2006

Datum: 03.12.08 23:17

Da lässt man das Forum mal ein paar Stunden alleine... Puuh... Ich muss mir das mal näher zu Gemüte führen, heute Abend wird das aber nix mehr...

kondensierte Grüße, Stefan

http://www.stefan-matthaeus.homepage.t-online.de/52KON-1.gifhttp://www.stefan-matthaeus.homepage.t-online.de/52KON-2.gifhttp://www.stefan-matthaeus.homepage.t-online.de/SAR25sm.gif
Kondenslok.de + Kondenslok/Keretapi-Forum + Industrial Railways of Indonesia SIG (fc)
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer sich über Signaturen aufregt, hat sonst nix zu sagen.

Re: Aufnahmedaten?

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 04.12.08 07:15

Hallo Dieter,
danke für Deine Recherche. Die Wasserkräne könnten von Herbert geschickt umgangen sein; allerdings, was ist mit dem Kohlenkran?? Der müßte doch auf Bild 1 von HS im Hintergrund zu sehen sein, wenn die Aufnahme älter ist als die von Hermann. Solch ein Modell eines Kranes, noch dazu als Kohlenkran für die Dampflok-Versorgung, hat man doch Anfang der 1960er-Jahre nicht mehr neu gebaut! Also kann er nur abgerissen worden sein und die Aufnahmen von Herbert wären jünger als die von Hermann.
Viele Grüße
Stefan

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/58/781958/6638303363633862.jpg http://foto.arcor-online.net/palb/alben/58/781958/3338386331616233.jpg

Definitiv 52 1895 und 52 1898

geschrieben von: Bw Roßlau

Datum: 04.12.08 09:27

Hallo alles zusammen,

Im Buch "Die Lokomotiven der Baureihe 52" von Michael Reimer ist auf Seite 97
ein Foto der 52 1898 (KAT476)aufgenommen bei der Überführung nach Rosenheim.
Die 52 1898 kann man anhand des Winkels am rechten Umlauf erkennen.

Hier sichtbar gemacht: (Im Vordergrund 52 1895 - KAT475)

http://www.bilder-hochladen.net/files/big/7bex-6n.jpg

Weiter zu dem Beitrag von Dieter: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]

Es dürfte sich um die 52 1895 handeln die nur neu lackiert wurde ???
So sehe ich die ganze Sache.

Beste Grüße , Michael Ziegler , [www.kowadampf.de]

Re: Aufnahmedaten? @ Stefan

geschrieben von: martin welzel

Datum: 04.12.08 09:36

Hallo Stefan,
der Kohlenbagger konnte auch Schienen verfahren werden und kann damit aus HS's Blickfeld verschwunden gewesen sein.

Tolle Bilder, Herbert und Ulrich, ich bin immer noch ganz begeistert, was hier so alles auftaucht! So komme ich erst jetzt dazu, den Beitrag zu würdigen, nachdem ich atemlos den Experten gelauscht habe, welche Loks es denn nun wirklich waren!

Vielen Dank,

Martin

Fragen über Fragen

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 04.12.08 09:53

Wenn mich der DS-Server gestern Abend gelassen hätte, hätte ich da noch mal gemeldet, so geht es erst heute in der Kaffee-Pause:

Zunächst ein Wort zu Mikado-Freund Walters Nicht-Nörgelei: Ja, ich bin mir der Problematik des Aufmachens eines neuen Threads zu einem laufenden Beitrag durchaus bewusst. Aber meine auf langjähriger Beobachtung beruhende Aussage, dass eine Bildeinstellung weit hinten in einer Diskussionskette nicht mehr die gewünschte Beachtung erfährt, bleibt davon unberührt. Natürlich lesen hier noch einige mit, aber eben nur diejenigen, die an dem Thema besonders interessiert sind. Und die Einstellung "neueste nach oben" mögen hier nur die wenigsten; ich auch nicht. Bei normaler Einstellung erwischt man Die "Durchklicker" jedenfalls nicht. Und wenn ich einfach mal von mir auf andere schließe, dann ist man oft positiv überrascht, auf welch interessante Themen man bei rascher Durchsicht nur der Anfangsbeiträge stößt.

Nun konkret zum Thema der Rosenheimer Kondens-Loks: Die Aufnahmen sind natürlich nicht retuschiert, sondern hier so zu sehen, wie sie auf dem Film sind. Nur Flusen und Bildfehler sind eliminiert (da steckt die arbeit drin!).

Die aufgeworfenen Fragen zu den Gebäuden, Masten und Wasserkränen scheint mir hinreichend beantwortet, da alles durch die unterschiedliche Perspektive erklärlich. Das Datum kann ich auch bestätigen, da mir die Filme in Folge vorgelegen haben.

Bleiben die unterschiedlichen Details an der Lok und insbesondere die andere Radsatzstellung. Ob die Gleise wirklich keinen Anschluss mehr an das Restnetz hatten, wage ich anhand der Fotos nicht zu beurteilen; sie könnten ja durchaus nur vorübergehend durch Kohleberge verschüttet gewesen sein. Gesichert ist nur der Punkt, dass die Loks an einer genau definierten Stelle stehen mussten, die durch den ortsfesten Absaugschacht über dem Schornstein festgelegt ist.

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass Lok und Tender ein fixes Pärchen bilden. Nach der neuerlichen Diskussion bin ich mir da nicht mehr so sicher. Sind vielleicht einmal die Loks (und nur diese) ausgetauscht worden, nachdem der Kessel schadhaft geworden war? Eine Heizlok dürfte auch damals schon nicht mehr repariert worden sein, mit ziemlicher Sicherheit kam sie (anders als bei der DR?) nicht mehr ins AW. Die Frage nach der Identität der vorderen Lok scheint mit jedenfalls nicht mehr so eindeutig geklärt zu sein, wie ich gestern in meiner "jugendlichen Euphorie" annahm. Insofern werde ich die weitere Diskussion sehr genau verfolgen.

Schönen Tag noch,

Ulrich B.

@Stefan: Kohlenkran Rosenheim

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 04.12.08 10:05

Stefan,

Du glaubst ja gar nicht, wie oft genau dieser Kohlenkran nach 1960 noch gebaut wurde, nämlich bestimmt einige hundert Male - als super detailiertes 1:87 Modell von Bochmann&Kochendörfer. Hab' ich selbst auch noch im Schrank liegen, aber das ist eine andere Baustelle.

Duck' und wech'

Ulrich B.

Die 52 1895 ...

geschrieben von: 03 1008

Datum: 04.12.08 10:27

... war ausweislich eines Fotos (der Heizerseite) in "auf schienen" 11, S. 32 im April 1967 Heizlok im Bw Bingerbrück. Vielleicht kann jemand zu Vergleichszwecken noch ein Foto der Lokführerseite finden. Leider ist nicht eindeutig zu erkennen, mit welchem Tender die Lok zu der Zeit gekuppelt war (möglicherweise Wannentender).

Im selben Heft auf Seite 35 ist das Foto eines Kondenstenders in Langenlonsheim, April 1967 mit der Beschriftung KatNr. 475 abgedruckt. Laut Bildunterschrift soll es sich um den Tender der 52 1895 handeln.

Viele Grüße, Helmut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:12:04:10:29:11.

Lokbestände von Rosenheim + Gleisplan

geschrieben von: 52kon

Datum: 04.12.08 14:20

Liebe Unerschrockene,

heute habe ich auch mal wieder was zur allgemeinen Verwirrung beizutragen (oder doch nicht...?)
Es scheint, als ob meine jahrelange "Aboschaft" beim GERANOVA-Sammelwerk "Bahnbetriebswerke" doch noch Früchte tragen soll. Daher zitiere ich aus dem Kapitel "BD München, Bw Rosenheim":

Lokbestände des Bw Rosenheim

1.1.1951: 52 1893 + 52 1898 (ehem. Kondenslok als Heizlok München 93 und 476)
1.1.1956: 52 1893 + 52 1898 (Heizloks)
31.12.1958: nicht gelistet
1.1.1962: 52 1893 + 52 1898 (Heizloks)

Weiter: "Unter Dampf blieben lediglich die Heizlokomotiven München 63 und 64, hinter denen sich die am 30. September 1950 ausgemusterten 52 1898 und 1893 verbargen und welche noch bis Anfang der sechziger Jahre in dieser Funktion in den Diensten des Bw Rosenheim Standen."

Und: "...zum 22. März 1962 kommen die 64 152 und 285 zur BD Stuttgart... Nur wenig später kam auch für die als Heizdampflok verwendeten 52 1898 und 1893 das "Aus". ... Für die Wärmeversorgung... wurde 1962/63 ein Heizhaus mit zwei kohlebefeuerten Wasserrohr-Strahlungskesseln mit je fünf Tonnen Dampfleistung pro Stunde errichtet. Die Beschickung des Kohlebunkers im Heizhaus erfolgt bis heute mittels eines Greifer-Drehkrans, der einst 1940 für die Bekohlung der Dampflokomotiven angeschafft wurde."
(Zitat Ende)

Um etwas mehr Übersicht über die Lage zu bekommen, hier einen Ausschnitt aus dem Gleisplan von 1977:

http://www.kondenslok.de/dso/Gleisplan_Rosenheim.jpg

Die zwei ex-Kondenser stehen auf der weißen Fläche zwischen dem Kohlenbunker+Heizhaus (schraffiert rechts neben dem Kran) und den 2 hochkant stehenden Rechtecken, welche die Abdampfsammler darstellen sollen. Die Gleisstummel sind nicht eingezeichnet. Auf den von Dieter erwähnten Bildern unbekannter Herkunft (die bei mir mit 20.3.1962 datiert sind) ist deutlich zu erkennen, dass die Loks nur auf solchen stehen: Vor der Rauchkammer sind die Gleise abgetrennt, dann folgt die Sammleranlage, hinter dem Tender führen die Gleise direkt in den Bansen. Auf Bild 1 von Ulrich kann man vor der Leiter ins Führerhaus noch den "Prellbock" des Hochkrans erkennen. Daher vermute ich, dass die Loks nach dem Bau der Rauchsammler nicht mehr verfahren werden konnten.
Auf einem mir vorliegenden Farbdia kann man das bereits im Bau befindliche Heizhaus erkennen. Die Loks müssen also auch vor Ort zerlegt worden sein.

Zur 52 1893: Das von Dieter erwähnte Griebl-Foto aus Simbach ist samt weiteren von der 52 1919 und Luftaufnahmen im Eisenbahnjournal 6/1986 unter dem Titel "Das Bw Simbach" ab Seite 29 erschienen - für den, der etwas in seinem Zeitschriftenarchiv stöbern möchte...

Viele Grüße aus dem verschneiten Ostwestfalen
David
[www.kondenslok.de]

Ein paar Überlegungen am Rande dazu

geschrieben von: Rolf Schulze

Datum: 04.12.08 14:46

Hallo Ulrich und @ all,

ich habe heute diese Diskussion um die beiden Ausgangsbeiträge mit wachsendem Interesse gelesen und mir fast zwangsläufig dazu ein paar Gedanken gemacht. Zur Identitätsfrage der Loks kann ich natürlich nichts weiter beitragen. Aber die Gedanken kreisen ja auch um die Fragen, ob die Loks evtl. getauscht wurden und nur die Tender blieben und um die Wasserkräne. Zur Frage der Tauschbarkeit wären Infos über den Standort hilfreich.

Weil ich die Bahnanlagen von Rosenheim im aktuellen Zustand kenne, habe ich mich erst einmal gefragt, wo die Heizloks denn überhaupt gestanden haben könnten. Da die Gleisanlagen in Rosenheim schräg von Nordwesten in Richtung Südosten durch die Stadt laufen, können die Aufnahmen von Herbert Schambach nur von der Südseite der Gleise aufgenommen worden sein, denn auf dem ersten Bild ist Sonne auf der Rauchkammer, was nicht möglich wäre, wenn er nördlich der Gleise gestanden hätte. Die Heizloks müssen also mit der Rauchkammer nach Südosten gestanden haben.

Auf den beiden Aufnahmen von Hermann Gerdes sieht man direkt hinter dem Führerhaus eine Kirchturmspitze. Google Earth verrät einem, wo Kirchen stehen. Es kommt überhaupt nur die "Christkönig Kirche" in Frage, das bei Google Earth eingebundenen Foto zeigt außerdem eine Übereinstimmung der Form der Kirchturmspitze. So läßt sich der Standort eigentlich recht präzise bestimmen, siehe untenstehendes Bild:

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/45/541445/3531626536613937.jpg

Natürlich haben sich die Gleisanlagen längst völlig verändert. Aber die Grundstruktur des Bw ist noch erkennbar, so wie sie sicher auch 1961 schon bestanden hat. Wie man hier auf elektrolok.de nachlesen kann, wurde das Bw Rosenheim im Krieg nahezu völlig zerstört. Der auf dem google-earth-Bild noch sichtbare Rechteckschuppen ist daher nach dem Krieg gebaut worden, evtl. auch erst wesentlich nach dem Krieg.

Etwas Aufschluß über die Örtlichkeiten bzw. Bauwerke bringt auch die Fotogalerie zum Bw Rosenheim auf elektrolok.de. Die Lokbehandlungsanlagen für Dampflok einschließlich des Bekohlungskrans müssen sich also zwischen diesem Schuppen und den Streckengleisen befunden haben. Die auf den Bildern von Hermmann Gerdes im Vordergrund sichtbaren Gleise müssen also die Bw-Gleise sein.

Das Bw-Areal noch einmal größer: http://foto.arcor-online.net/palb/alben/45/541445/3837336138303534.jpg
Man sieht deutlich, wo sich früher die zweite Drehscheibe befand.

Ein Austausch der Loks wäre also nur nach links (in Richtung Westen) möglich gewesen (nach Osten waren die Gleise ja abgeschnitten), und auch nur dann, wenn die Gleise an die Drehscheibe angebunden gewesen wären (und natürlich unter und links von dem Kohlehaufen überhaupt weitergingen) - andernfalls wären sie tatsächlich "eingemauert" gewesen. Um aber über die Drehscheibe die Loks zu tauschen, wäre eine Trennung von Lok und Tender also auf jeden Fall erforderlich gewesen! Gesetzt den Fall, daß die Standgleise tatsächlich in die Drehscheibe mündeten, wäre also ein Austausch nur der Loks - ohne Tender - eine durchaus plausible Möglichkeit.

Ferner ist mir aufgefallen, daß der fragliche hintere Wasserkran auf den Fotos von Hermann Gerdes recht neu aussieht, der davorstehende dafür recht deutliche Altersspuren aufweist. Sollte er vielleicht tatsächlich nach 1961 neu aufgebaut wurden sein? (Wie bekamen die Heizloks denn überhaupt Wasser?)
(Vielleicht wurde tatsächlich auch noch ein Gleis verlegt - jetzt theoretisiere ich mal ganz furchtbar: Angenommen, der große Rechteckschuppen wurde erst Anfang der 60er gebaut - vom Baustil her halte ich das für wahrscheinlich - und im Zuge der Bauarbeiten wurden die Bw-Gleisanlagen in diesem Bereich mit erneuert und verändert? Baumaßnahmen könnten auch ein Grund dafür gewesen sein, daß die Loks von ihrem Standplatz weg bewegt werden mussten.)

Dann noch ein Gedanke zum Kohlekran: Der Kran, als Portalkran auf Schienen geführt, konnte theoretisch bis auf die Höhe des Führerhauses der Heizloks fahren, die Schiene und der Endanschlag sind auf Herbert Schambachs Fotos deutlich zu sehen. Die Bekohlung der Heizloks wäre also mittels Kran möglich gewesen. Wozu also das Förderband?

Die Antwort könnte sein, dass er nicht mehr verwendet wurde, schadhaft war oder ähnliches. 1958 waren in Rosenheim noch Dampfloks der Baureihen 57.10, 64 und 70 beheimatet, bis Frühjahr 1962 war es damit vorbei. Evtl. wurde er danach außer Betrieb genommen? 1961, auf den Aufnahmen von Herbert Schambach, könnte er jedenfalls problemlos weiter links gestanden haben, so dass der nicht auf den Aufnahmen zu sehen ist.

Die Umbeheimatungsdaten der letzten 64 des Bw Rosenheim habe ich mal aus dem Netz gefischt:
64 022 zum 17.3.62
64 125 zum 22.3.62
64 202 zum 17.3.62
64 253 zum 16.3.62
64 434 zum 5.3.62
64 442 zum 13.2.62
(Quelle: Rolf Wiso's Homepage: [de.geocities.com]

Die Nachfolger in Form der Schienenbusse sind ja auf den Bildern von Hermann Gerdes unübersehbar. Vermutlich kamen danach noch Mühldorfer 50er als Wendeloks nach Rosenheim. Aber reichte hier die Kohle nicht evtl. für die Rückfahrt, sodass nicht bekohlt werden musste? Ein Bedarf für die Unterhaltung eine großen Bekohlungsanlage und des Portalkrans bestand in Rosenheim mit Sicherheit nicht.

So, jetzt habe ich viel vom Stapel gelassen - obs irgendwie hilfreich war - keine Ahnung!

Wäre es eigentlich abwegig, die Bildautoren selbst zu den Örtlichkeiten zu befragen?

Gruß Rolf

Edit: Schreibfehler





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:12:04:14:48:30.

Du warst schneller ...

geschrieben von: Rolf Schulze

Datum: 04.12.08 14:53

... wie Du weiter unten siehst, habe ich ähnliche Überlegungen angestellt, während du deinen Beitrag eingestellt hast. Den Gleisplan finde ich sehr aufschlussreich und klärt manche Frage!

Gruß Rolf

Re: Ein paar Überlegungen am Rande dazu

geschrieben von: 52kon

Datum: 04.12.08 15:44

Ja, Rolf, solche "Zeitüberschneidungen" dürften wohl bei so komplexen Themen nicht zu vermeiden sein?

Gute Idee, das Ganze aktuell aus G.E.-Sicht zu erkunden! Dem Schatten nach zu urteilen steht noch die Westwand des Heizhauses. Nach Fotos aus dem Sammelwerk (Fotografen: Fuhrmann/Völk) war dies in etwa so hoch wie der Kranausleger. Die Loks standen dann auf dem Grünstreifen zwischen deinem Fragezeichen und dem Beginn der gelben Linie. Übrigens war das Heizhaus samt Bunker und Kran noch 1992 in Betrieb. In "Bahnbetriebswerke" steht dazu:
"Nach wie vor hat deshalb die Dampflokbekohlung überlebt, da hiermit der Brennstoff Kohle auf einfache Weise den Brennöfen mittels des Portalkrans zugeführt werden kann. Die Umrüstung auf Ölfeuerung ist jedoch in absehbarer Zeit vorgesehen."

Ach ja, das Förderband: Möglicherweise bereits ein Vorgriff auf das Heizhaus. In der Tat konnte der Kran anfangs bis über die Tender fahren (siehe Prellbock unterm Führerhaus), später stand aber das Heizhaus zwischen dem Bansen und den Loks. Auf dem späten Dia (mit dem Heizhaus im Bau) ist an der Tenderrückseite Kohle hochgestapelt.

Grüße, David
[www.kondenslok.de]



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