DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historische Bahn 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.

Eine Üstra-Episode: Obusse in Hannover (m24B)

geschrieben von: ludger K

Datum: 01.07.08 00:18

Knapp 21 Jahre lang, vom Juni 1937 bis Mai 1958, verkehrten in Hannover auch Obusse. Zur 1937 eröffneten Strecke Wiesenau – Langenhagen kam 1949 eine Verlängerung von Wiesenau zum Lister Platz hinzu. Aber längst hat sich die Üstra von diesem Splitterbetrieb getrennt.


In Hannover lief Mitte der 30er Jahre nach überstandener Weltwirtschaftskrise die Unterhaltung des Gleisnetzes wieder an. Einige Außenlinien waren nach 30 Jahren abgefahren, doch machte die schwache Frequenz eine Erneuerung unvertretbar. Am 23.1.1935 wurde die Straßenbahn auf dem 7 km langen Abschnitt Sehnde – Haimar auf Omnibusse umgestellt. Auch der Obus hatte dort zur Diskussion gestanden, doch war er trotz niedriger Betriebskosten an den hohen Investitionen gescheitert. Zwei Jahre später, als die Umstellung eines Teils der Straßenbahnlinie 29 in Langenhagen anstand, stellte man abermals die Rentabilität von Obus und Omnibus gegenüber. Weil große Teile der Oberleitung für den Obus weiterverwendbar und der Betriebsaufwand geringer als beim Omnibus war, fiel die Wahl auf den Obus. Die AEG, die den Auftrag über den Bau der Fahrleitungen und Fahrzeuge erhielt, führte im Frühjahr 1937 die Arbeiten an der 2,8 km langen einspurigen Strecke aus. Im Bereich der heutigen Autobahnausfahrt Langenhagen erhielten Straßenbahn und Obus im Stadtteil Wiesenau je eine Wendeschleife, zunächst noch ohne Fahrleitungskreuzung. An der Obus-Endschleife am Reuterdamm in Langenhagen wurde ein Schuppen mit Fahrleitung versehen, um einen Obus unterbringen zu können.
Nach der feierlichen Eröffnung der Obuslinie am 6.6.1937 verkehrte die Straßenbahnlinie 29 alle zwölf Minuten bis Wiesenau, wobei jeder dritte Wagen Anschluß an die neue Obuslinie O19 hatte (jene Züge trugen die Linien-Nr. 19). Eine Obusfahrt bis zum Reuterdamm dauerte zehn Minuten, nachdem die Straßenbahn für dieselbe Strecke zwölf Minuten im 45-Min.-Takt gebraucht hatte. Für die Bedienung der Obuslinie genügte zunächst ein Wagen (Nr. 101) von Mercedes-Benz mit elektrischer Ausrüstung von AEG. Ein zweiter (Nr. 102) kam 1938 hinzu, diesmal mit BBC-Anlage. Er war ursprünglich für einen geplanten Obusbetrieb in Völklingen bestimmt gewesen.
Währenddessen entstand eine zweispurige Zufahrt zum Betriebshof Vahrenwald, der 4 km von der Endstelle Wiesenau entfernt lag. Die Fahrleitung ließ sich einfach an den Querseilen der Straßenbahnoberleitung montieren. Währenddessen wurde auch die Wendeschleife etwa 200 m stadteinwärts verlegt, wobei sich eine Kreuzung mit dem Straßenbahnfahrdraht ergab. Die Haltestelle war so ausgelegt, daß man von der Straßenbahnlinie 19 direkt in den Obus umsteigen konnte. Die Fahrleitung der Depotzufahrt, länger als die Linienstrecke in Langenhagen, sollte der erste Schritt zur Einrichtung einer Obus-Durchmesserlinie am Hauptbahnhof vorbei zum Bahnhof Bismarckstraße durch die Laves- und die Sallstraße sein, kriegsbedingt kam es aber nicht mehr zur Erweiterung. Für Einsatzwagen auf der Obuslinie errichtete man um 1942 auf 2 km Länge der planmäßig befahrenen Strecke eine zweite Fahrleitung, so daß nur 1 km einspurig blieb.
Ein Luftangriff zerstörte am 20.7.1941 einige Teile der Obuslinie und den Obus 102, so daß der Betrieb zehn Tage lang ruhte. Ein Ersatz für den Wagen 102 war erst 1943 gefunden, als ein gebrauchtes Gelenkfahrzeug (Nr. 903) aus Italien nach Hannover kam. Der sich verschärfende Luftkrieg brachte den Obusbetrieb am 5.1.1945 für zweieinhalb Jahre zum Erliegen. Bei einem Angriff in den letzten Einsatztagen wurde auch der Gelenk-Obus 903 schwer beschädigt.
Am 8.10.1945 begann ein Ersatzverkehr mit Omnibussen und ab 18.7.1947 pendelten wieder Obusse zwischen Wiesenau und Langenhagen. Eine schon damals geplante Verlängerung in Richtung Stadtmitte kam erst zwei Jahre später zustande. Die Fahrleitung der Depotzufahrt auf der Vahrenwalder Straße wurde in ein Fahrleitungsdreieck auf dem Niedersachsenring umgebaut, um das Aus- und Einrücken in/aus Richtung Lister Platz zu ermöglichen. Durch die Ferdinand-Wallbrecht-Straße ging es weiter zum Lister Platz. Um Fahrleitungskreuzungen mit der Straßenbahn zu vermeiden, wendete der Obus auf der Seidelstraße und der Lister Straße, so daß es lediglich eine Eigenkreuzung der Obusfahrleitung gab. Über die Inbetriebnahme der 7,9 km langen Obuslinie O 29 am 5.7.1949 vermerkte die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) unter der Überschrift „Obus noch eine kleine Sensation“:
„Mit der Inbetriebnahme der Obuslinie Wiesenau – Vahrenwald – Niedersachsenring – Ferdinand-Wallbrecht-Straße – Lister Platz ist eine wesentliche Verkehrsverbesserung von und nach Langenhagen erreicht worden. Die neuzeitlich eingerichteten Wagen, die in halbstündlicher Folge, in den Hauptverkehrszeiten viertelstündlich, verkehren, können jeweils 70 Personen befördern. Die Fahrzeit auf der 8 km langen Strecke beträgt 23 Minuten. Da am Lister Platz Anschlußmöglichkeiten an drei Straßenbahnlinien bestehen, können die Einwohner von Langenhagen unter wesentlicher Zeitersparnis die gewünschten Ziele im Stadtgebiet erreichen. Durch die Querverbindung zwischen Lister Platz und Vahrenwald wird außerdem der Verkehr in der Innenstadt entlastet. Die Anlagekosten belaufen sich auf 580.000 Mark, einschließlich der drei neu beschafften Obusse.“
Der Fahrplan sah zwei Wagen pro Stunde vor. Angepaßt an den 12-Min.-Takt der Straßenbahn verkehrten die Obusse alle 24 und 36 Minuten. Es standen sechs zusätzliche Obusse von Henschel/Kässbohrer bereit. Vom Lister Platz bis Langenhagen brauchte der Obus 22 Minuten. Die beiden für den planmäßigen Betrieb nötigen Fahrzeuge führten werktags einen Omnibusanhänger mit. Der Kauf der neuen Obusse machte den Obus 901 und den Gelenk-Obus 903 überflüssig. Der Wagen 903 ließ sich ab 1949 wegen seiner schlechten Kurvenläufigkeit in dem zunehmenden Verkehr nicht mehr einsetzen. Sein weiterer Verbleib ist unbekannt, doch im Juni 1954 war er noch vorhanden. Der Obus 901 ersetzte 1953 in Oldenburg ein im Krieg zerstörtes gleichartiges Fahrzeug.
Mitte 1954 verschwand beim Umbau der Autobahnabfahrten und der Straßenbahnschleife die Obusschleife Wiesenau. Weil sich auf der Obuslinie kein Verkehrsanstieg abzeichnete, blieb es beim 24/36-Min.-Rhythmus. Größere Umbaukosten bei Straßenbauarbeiten waren nicht mehr vertretbar, so daß Hannover sich bereits Ende der 50er Jahre vom Obus trennte. Die Henschel-Obusse 907-909 fanden in Osnabrück eine neue Verwendung und bekamen dort sogar eine Nachlaufachse und einen Anderthalbdeck-Aufbau von Ludewig. Der Wagen 906 hatte schon 1957 nach einem Achsbruch als Ersatzteilspender gedient und wurde nun verschrottet. Die Einstellung des Obusses zog sich bis Mai 1958 hin und am 9. Mai begann der Abbau der Fahrleitung. In ihrer Ausgabe vom 10./11.5.1958 meldete die HAZ, daß die „Oberleitung dieser einzigen Obuslinie der Üstra auf einem Teil der fast 8 km langen Strecke zwischen Lister Platz und Langenhagen, und zwar in der Seidelstraße, Lister Straße, Ferdinand-Wallbrecht-Straße und am Niedersachsenring, bereits aufgenommen und aufgerollt“ wurde. Die verbliebenen Obusse 904 und 905 wurden verschrottet. Dieselbusse führten den Verkehr vorerst unter derselben Liniennummer und geändertem Fahrweg weiter, erst am 9.11.1958 verschwand die Linie O 29 aus dem Fahrplan.

Zur Eröffnung gab es nur den Obus 101. Seine Entwicklung geht auf Theodor Pekol zurück, der Gründer des Oldenburger „Trollibusses“ und zugleich ein findiger Buskonstrukteur. Er konnte seinerzeit auch bei anderen Verkehrsbetrieben das Interesse wecken, so daß es für die Firma Daimler-Benz auf der Hand lag, nach Pekols Vorschlägen im Werk Gaggenau zwölf Wagen mit AEG- bzw. BBC-Ausrüstung zu fertigen. Vom neuen Obustyp wurden sieben Wagen nach Oldenburg, drei nach Insterburg (Ostpreußen) und zwei nach Hannover geliefert. Die Oldenburger Fahrzeuge in Ganzstahlbauweise konnten mit ihrem langsam laufenden Motor bis zu 65 km/h erreichen. Während BBC einen automatischen Fahrschalter wählte, baute die AEG einen vielstufigen ein. Bei beiden Bauarten war die Stromzuführung begrenzt. Die Glasgleichrichter stammten von der Gleichrichter-Gesellschaft Berlin (GGC), einem Unternehmen der Brown, Boverie & Cie. AG (BBC). Zu- und rückgeführt wurde der Strom durch zwei Stangen auf dem Dach. Alle Obusse des Typs „Oldenburg“ waren für den Anhängerverkehr konzipiert, 8,65 m lang, 2,30 m breit und 2,85 m hoch und hatten einen Achsstand von 4,25 m. Die vordere Falttür wurde vom Fahrer per Druckluft betätigt, die Hintertür öffnete der Schaffner von Hand. Der Obus 101 der Üstra hatte einen 60 kW starken Motor für maximal 55 km/h. Gesteuert wurde der mit dem Fuß betätigte Fahrschalter über einen 17-stufigen Starkstromnockenfahrschalter. Der gleichartige Obus 102 hatte eine BBC-Ausrüstung, deren Nockenschaltwerk mit stromabhängigem Drehmagnetantrieb ein stufenloseres Anfahren ermöglichte. Die Motorleistung entsprach mit 59 kW fast dem ersten Wagen. 1941 fiel der Wagen 102 einem Luftangriff zum Opfer.
Der als Ersatz gelieferte dritte Obus (903) war ein Gelenkwagen, der 1941 von der Mailänder Firma Stanga in einer Serie von 20 Stück für Mailand beschafft worden war. Das Fahrzeug war nur um eine horizontale Achse gelenkig, um Bodenunebenheiten abzufangen. Damit der lange Wagen überhaupt Kurven befahren konnte, schlugen beim Lenken die Vorder- und Hinterräder gegenläufig ein, wobei der gesamte Wagen ausschlug. Die starre zwillingsbereifte Mittelachse in der Nähe des Gelenks diente als Treibachse. Der im vorderen Wagenbereich befindliche Antriebsmotor leistete 108 kW. Gesteuert wurde wiederum über ein Nockenschaltwerk. Neu für Hannover war die elektrische Bremse, die gemeinsam mit einer Druckluftbremse wirkte. Der Wagen mit anfangs 45 Sitzplätzen besaß gegenüber der hinteren Eingangstür einen Schaffnersitz. Seinen ersten Einsatz hatte er in Hildesheim, wo am 7.8.1943 ein Obusbetrieb eröffnet wurde.
Beim Luftangriff vom Juli 1941 erlitt der Obus 102 Totalschaden, doch der ebenfalls beschädigte Gelenkwagen 903 bekam nach dem Krieg einen Neuaufbau bei der Karosseriefabrik Adolf Emmelmann in Hannover-Buchholz. Die Zahl der Sitzplätze betrug nun 53, doch behielt man die für Omnibusse ungewöhnliche Anordnung des Schaffnersitzes am Hintereingang bei. Mit der Verlängerung der Obuslinie O 29 zum Lister Platz sollten sechs neue Obusse in Betrieb gehen, doch nur drei waren pünktlich fertig, bei den anderen wartete man auf die Elektroausrüstung. Die Aufnahme des 15-Min.-Takts in den Hauptverkehrszeiten mußte also verschoben werden.
Im April 1949 lieferte Henschel die Wagen mit Kässbohrer-Aufbau, 90-kW-Motor und Nockenschaltwerk aus. Die Wagen 904-906 besaßen eine SSW-, die Wagen 907-909 eine BBC-Anlage. Hinter der Vorderachse befand sich ein 1,30 m breiter und hinter der Rückachse ein 90 cm breiter Einstieg. Für den Fahrgastfluß erhielt Obus 904 zu Beginn der 50er Jahre hinten eine doppelte Falttür. Zur Erhöhung der Nutzlast waren die Henschel-Fahrgestelle II 6500 achtfach bereift. Lediglich der Wagen 907 erhielt im Mai 1953 vorne eine einfache Bereifung.

Der Obuspark
101 (später 901): Daimler-Benz/Daimler-Benz/AEG 1937, i.D. ab 6.6.1937, 1953 nach Oldenburg, zunächst Ersatzteilspender, dann Wiederaufarbeitung (mit neuem Motor) als Nr. 157, ausgemustert 26.10.1967, danach verschrottet
102 (später 902): Daimler-Benz/Daimler-Benz/BBC 1937, i.D. ab 6.6.1937, Kriegsverlust 1944/45
903: Stanga/Stanga/BBC 1940, Typ „Isotta Fraschini TS40“, 1943 ex Mailand (Nr. 520), Neuaufbau bei Firma Emmelmann 1947, abgestellt 1949, verschrottet nach 1954
904: Henschel/Kässbohrer/SSW 1949, i.D. ab April 1949, ausgemustert 1958
905: Henschel/Kässbohrer/SSW 1949, i.D. ab April 1949, ausgemustert 1958
906: Henschel/Kässbohrer/SSW 1949, i.D. ab April 1949, ab 1958 Ersatzteilspender (nach Achsbruch), verschrottet 1958
907: Henschel/Kässbohrer/BBC 1949, i.D. ab April 1949, 1958 nach Osnabrück (Nr. 213), neuer Anderthalbdeckaufbau durch Fa. Ludewig, ausgemustert 1968
908: Henschel/Kässbohrer/BBC 1949, i.D. ab April 1949, 1958 nach Osnabrück (Nr. 214), neuer Anderthalbdeckaufbau durch Fa. Ludewig, ausgemustert 1967
909: Henschel/Kässbohrer/BBC 1949, i.D. ab April 1949, 1958 nach Osnabrück (Nr. 215), neuer Anderthalbdeckaufbau durch Fa. Ludewig, ausgemustert 1968


http://img297.imageshack.us/img297/7404/hannover024ii2.jpg

Bild 1: Drei neue Generationen in Vahrenwald 1938. Der Tw 221 war ein neuartiger Zweiachser von Credé, der Obus 101 vertrat die jüngste Sparte der Üstra und der Büssing-Trambus 54 war ein Meilenstein im Omnibusbau (und fuhr später als Triebwagen auf der Schmalspurbahn Amstetten – Laichingen).


http://img176.imageshack.us/img176/3411/hannover002nn3.jpg

http://img170.imageshack.us/img170/7268/hannover004zn6.jpg

Bild 2-3: Seiten- und Innenansicht des Wagens 102 in Vahrenwald (1939).


http://img396.imageshack.us/img396/1701/hannover005ee3.jpg

Bild 4: Typenaufnahme des mechanisch gleichen, aber elektrisch vom Wagen 102 abweichenden Obusses 101 (Vahrenwald 1939).


http://img164.imageshack.us/img164/617/hannover026rm4.jpg

Bild 5: Der Obus 101 auf der Linie 19 an der Haltestelle Kriegsschule (später Wiesenau), daneben der Büssing-Omnibus 43, ein komfortabler Gesellschaftswagen von 1936.


http://img169.imageshack.us/img169/8029/hannover020fp4.jpg

Bild 6: Anschlußverkehr in Wiesenau zwischen der Straßenbahnlinie 19 und dem Obus Nr. 101. Die Fahrdrähte von Tram und Trolley kreuzten hier nicht. Bereits 1954 verschwand die Schleife beim Umbau der Autobahnzufahrten.


http://img519.imageshack.us/img519/8177/hannover032wb8.jpg

Bild 7: Eine Scheune als Obusdepot! Das gab’s nur in Langenhagen am Reuterdamm (1938).


http://img169.imageshack.us/img169/3590/hannover019hf7.jpg

Bild 8: Obus 101 am Endpunkt Langenhagen/Reuterdamm (1938). Anfangs waren beide Obusse unten grau lackiert.


http://img170.imageshack.us/img170/5622/hannover022eo9.jpg

Bild 9: Rückpartie des Wagens 101 im Betriebshof Vahrenwald um 1950.


http://img507.imageshack.us/img507/2641/hannover028xw8.jpg

Bild 10: Straßenbahn- und Obusfahrleitung an einem einzigen Tragseil! Beiderseits der zweigleisigen Straßenbahn bestand auf der Vahrenwalder Straße jeweils eine Obuszufahrtsstrecke zum Üstra-Betriebshof Vahrenwald (1938).


http://img170.imageshack.us/img170/5764/hannover021kh6.jpg

Bild 11: Noch vor dem Krieg wurde die Obusendschleife Kriegsschule um 100 m weiter stadteinwärts hinter die Straßenbahnendschleife an der Autobahn verlegt, so daß eine schiefwinklige Obus-/Straßenbahnkreuzung entstand, hier am 31.7.1947.


http://img210.imageshack.us/img210/7925/hannover027nx4.jpg

Bild 12: Der Stanga-Obus 510 auf der Mailänder Linie 92 an der Endstelle Via Mte. Ceneri im Oktober 1953. Ein requiriertes Schwesterfahrzeug gelangte während des Krieges nach Hannover.


http://img187.imageshack.us/img187/4373/hannover029bd9.jpg

Bild 13: Der Üstra-Obus 903, bereits mit Neuaufbau von Emmelmann, um 1948 am Reuterdamm in Langenhagen. Gut erkennbar die hintere Lenkachse.


http://img187.imageshack.us/img187/7166/hannover011sg7.jpg

Bild 14: Der ungewöhnliche Innenraum.


http://img300.imageshack.us/img300/7753/hannover015ae2.jpg

http://img187.imageshack.us/img187/9720/hannover016po1.jpg

Bild 15-16: Im Juni 1954 war er schon drei Jahre außer Betrieb.


http://img175.imageshack.us/img175/8016/hannover023um2.jpg

Bild 17: Der Henschel/Kässbohrer-Obus 907 bereits nur noch mit einfachbereifter Vorderachse an der von 1949 bis 1958 vom Obus bedienten Endstelle am Lister Platz vor der Abfahrt nach Langenhagen (1956).


http://img187.imageshack.us/img187/9096/hannover010ev1.jpg

Bild 18: Begegnung an der Autobahn in Langenhagen.


http://img356.imageshack.us/img356/8304/hannover035bo9.jpg

Bild 19: Der fabrikneue Obus 904 um 1949 auf der Ferdinand-Wallbrecht-Straße.


http://img187.imageshack.us/img187/6215/hannover009yh0.jpg

Bild 20: Der Obus 909 im Btf Vahrenwald im Juni 1954, daneben stehen Anhänger für den Obus- und Dieselbuseinsatz bereit.


http://img184.imageshack.us/img184/2750/hannover031fe3.jpg

Bild 21: Der Obus 904 wurde versuchsweise für Fahrgastfluß mit festem Schaffnersitz im Heck (über der Hinterachse) umgerüstet und erhielt zweiflügelige Falttüren an der Einstiegsplattform sowie entsprechende Hinweisschilder.


http://img187.imageshack.us/img187/3996/hannover014nk1.jpg

Bild 22: Der Obus 907 – ausnahmsweise mit Anhänger – an der Endstelle Langenhagen/Reuterdamm (1950).


http://img169.imageshack.us/img169/121/hannover013nf1.jpg

http://img300.imageshack.us/img300/1325/hannover017oj2.jpg

Bild 23-24: Szenen aus Wiesenau und vom Lister Platz (1950).


Mein Inhaltsverzeichnis: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]

Inhaltsverzeichnisse von Kollegen:
Christoph Beyer: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Jörg Dell: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Stefan Motz: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Helmut Philipp: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Gerd Tierbach: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Andreas T: [forum.rail-server.de]
Donni: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Heavyduty: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Michael „Vau60”: [drehscheibe-online.ist-im-web.de]
Aus Jülich und Umgebung: [home.arcor.de]
Zombie70 (Feldbahnen): [drehscheibe-online.ist-im-web.de]


http://666kb.com/i/dbv9mlya81t7gi3b8.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:07:01:19:22:00.

Anmerkung zu Bild 9

geschrieben von: Bernhard Terjung

Datum: 01.07.08 07:57

Moin Ludger,

nett, zwei alte Bekannte widerzusehen: den Hannöverschen Obus und den Text dazu. Das Bild 9 muss vor 1950 entstanden sein. Diese Art von KFZ-Kennzeichen ("HAN ...") gab es m.W. um 1946/47, bevor die Besatzungskennzeichen in Negativschrift eingeführt wurden.

Ein toller Beitrag, und was für herrliche Fotos!

Bernhard

Re: Eine Üstra-Episode: Obusse in Hannover (m24B)

geschrieben von: tbk

Datum: 01.07.08 09:40

ludger K schrieb:
-------------------------------------------------------
> der Büssing-Trambus 54 war ein
> Meilenstein im Omnibusbau (und fuhr später als
> Triebwagen auf der Schmalspurbahn Amstetten –
> Laichingen).

Hat jemand von diesem umbau/einsatz auch bilder?

Re: Anmerkung zu Bild 9

geschrieben von: Linie 11

Datum: 01.07.08 09:48

Moin!
Sehr schön, dein Bericht.
Ich habe zwar ziemlich alle vorhandenen Publikationen über die Üstra in meinem Besitz, aber so zusammenhängend im Text und in der Bebilderung sind diese alle nicht.
Klasse, so etwas gern wieder.

Gruß
Karsten

ja, die Bilder gibt es ...

geschrieben von: ludger K

Datum: 01.07.08 11:10

Re: Eine Üstra-Episode: Obusse in Hannover (m24B)

geschrieben von: Kurt

Datum: 01.07.08 11:31

Ich bin immerwieder überrascht, wo überall mal O-Busse verkehrten. Danke für diesen umfangreichen Beitrag mit so vielen historischen Bildern und Informationen.

Oft frage ich mich, ob die O-Bus-Fahrleitung wirklich derart kostspielig und anfällig ist, daß sich heute ein O-Bus-Betrieb niemals mehr wirtschaftlich rechnen würde?

Den Diesel-Sprit gibts doch nicht mehr für billig. Dazu hängen doch die Busse alle gleichermaßen im Stau der Städte fest wie PKWs und LKWs. Ist in diesen Zeiten Strom aus der Strippe nicht doch eine Alternative? Strom aus Akkus, die bei Schleichverkehr im Stop and Go mit Bremsenergie wohl kaum gescheit nachgeladen würden, ich weiß nicht so recht? Und Erdgas, wartet mal ab, wie teuer das noch wird!

Gruß,
Kurt

Bereifung der Vorderachse

geschrieben von: ferrocarril del Sur

Datum: 01.07.08 11:43

Hallo zusammen,

das ist mal wieder eine grandiose Bilderserie.

Auch hier sehen wir, dass einige der Einheitsobusse (Typenbezeichnung habe ich gerade nicht parat) vorn Zwillimngsbereifung und andere Einfachbereifung aufweisen. Das bestätigt, dass dieses keine "Ulmer Spezialität" war.

Viele Grüße von Jan Olaf

das stimmt ...

geschrieben von: ludger K

Datum: 01.07.08 12:01

Die Zwillingsbereifung war keineswegs eine Ulmer Spezialität, denn auch in anderen Obusbeiträgen von mir haben wir sie ja schon gesehen (z.B. Münster). Die Henschel/Kässbohrer-Obusse der Üstra wurden ursprünglich alle mit vorderer Zwillingsbereifung geliefert, aber teilweise später auf Einfachbereifung umgerüstet.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:07:01:12:02:01.

Re: das stimmt ...

geschrieben von: Stahlwagen

Datum: 01.07.08 12:45

hi,
ich weiß nicht, ob ich einen knick in der optik hab, aber auf foto 17 sieht es für mich so aus, als ob der wagen KEINE zwillingsbereifte vorderachse hat. seht ihr das auch so? und wenn ja, wieso könnte es so gewesen sein?

grüße,
felix

Re: Eine Üstra-Episode: Obusse in Hannover (m24B)

geschrieben von: nordlicht2

Datum: 01.07.08 14:14

Aber Hallo,

höchst interessant, das habe ich bisher nicht gewusst, obwohl ich lange (29 Jahre) in Hannover gelebt habe. Und nun wünschte ich mir Fotos von der "Wendeschleife" neben dem Lister Platz (Seidelstr. / Lister Str.), da diese beiden Straßen nicht gerade sehr breit sind. Frage mich, wie die damals mit diesen Bussen da "um die Ecke" gekommen sind.
Grüße
Nordlicht

http://img65.imageshack.us/img65/466/planhannoveroi0.gif
[URL=http://g.imageshack.us/g.php?h=65&i=planhannoveroi0.gif][IMG]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:07:01:15:56:19.

Re: das stimmt ...

geschrieben von: ludger K

Datum: 01.07.08 14:29

dann lies Dir nochmals meinen vorhergehenden Beitrag genau durch! Da steht was von "Umbau" und so...

Re: das stimmt ...

geschrieben von: nordlicht2

Datum: 01.07.08 14:46

Hallo,
meinst Du diese Passage?

Um Fahrleitungskreuzungen mit der Straßenbahn zu vermeiden, wendete der Obus auf der Seidelstraße und der Lister Straße, so daß es lediglich eine Eigenkreuzung der Obusfahrleitung gab.

oder das hier?

Damit der lange Wagen überhaupt Kurven befahren konnte, schlugen beim Lenken die Vorder- und Hinterräder gegenläufig ein, wobei der gesamte Wagen ausschlug.

Nach dem Foto zu schließen, war diese "Garnitur" relativ lang, ich kann es mir einfach nicht vorstellen, oder kennst Du die Ecke Seidelstr./Lister Str. nicht?

Grüße
Nordlicht



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:07:01:14:48:26.

Re: Was stimmt?

geschrieben von: H2U

Datum: 01.07.08 14:51

Da muss ich Stahlwagen aber Recht geben: Bild 17 zeigt eindeutig einen Wagen mit einfach bereifter Vorderachse, im Text dazu steht aber, das Bild zeige Zwillingsreifen. Das hat mit "Umbau und so ..." nichts zu tun, sondern dokumentiert ganz einfach eine gewisse Diskrepanz zwischen Foto und Bildunterschrift :-)

Egal: Wahnsinnsbilder und -informationen aus meiner alten Heimat, vielen Dank für den tollen Beitrag!

Gruß aus HH,

Helmut

Re: Was stimmt?

geschrieben von: Linie 11

Datum: 01.07.08 15:32

Hallo,
guckt doch mal weiter. In Bild 17 ist der Wagen 907 mit Eifachbereifung auf der Vorderachse zu sehen, in Bild 22 mit Zwillingsbereifung.

Gruß
Karsten

Re: Was stimmt?

geschrieben von: H2U

Datum: 01.07.08 15:50

Karsten, das habe ich nie bezweifelt und auch von Anfang an gesehen. Ändert aber nichts daran, dass der Text 17 nicht zum Bildinhalt 17 passt ;-)

Nu is aber genug, man sollte an Ludgers genialen Beiträgen nicht stundenlang Details von minderer Bedeutung zerpflücken, das haben sie nicht verdient ...

Gruß aus HH,

Helmut

Stimmt alles wieder

geschrieben von: Stahlwagen

Datum: 01.07.08 19:21

Okay,

ich wollte auch nicht dran rummäkeln, um Gottes Willen...

War, wie jetzt genug diskutiert, halt nur etwas wegen Bildunterschrift und dem dazugehörigen Foto verwirrt - hat sich nun ja aber völlig geklärt.

Ansonsten kann ich mich nur dem Lob meiner Vorredner anschließen: Wieder einmal hervorragende Bilder, mit hervorrangenden Infos obendrauf!

Vielen Dank, Ludger!

Grüße,
Felix

es stimmt, ...

geschrieben von: ludger K

Datum: 01.07.08 19:29

ich hatte mich vertan und hab den Bildtext korrigiert. Aber mit Bezug auf meinen vorhergehenden Beitrag (nicht den Urbeitrag) hatte ich sagen wollen, daß die Henschel-Kässbohrers zwillingsbereift geliefert, aber später auf Einfachbereifung umgebaut wurden.

Ich kenne die Enge am Lister Platz nicht, doch muß man bedenken, daß die Obusstrecke dorthin erst im Juli 1949 eröffnet wurde. Der Italiener wurde 1949 abgestellt (ein genaues Datum kenne ich nicht). Möglicherweise war die Engstelle auf der Neubaustrecke der Grund für das Ausscheiden des Italieners. Ich weiß es nicht!

Re: Henschel II-6500-Fahrgestelle

geschrieben von: Mattis

Datum: 01.07.08 19:58

Die Entwicklung der doppelbefreiten Vorderachse scheint vielen nicht klar zu sein.
Henschel wollte ein Fahrgestell bauen, welches keine Achsbrücke über Vorderachse hinweg benötigte.
Das beigefügte Bild zeigt deutlich due für die Hinterachse notwendige Brücke und die damit einhergehende Einschränkung im Fahrgastraum.
Dies führte zu zwangsläufig für die damalige Zeit sehr kleine Reifen (9.00-20). Um die Belastung des 6,5 t-Aufbaus tragen zu können war die doppelte Bereifung damals notwendig.
Der erste Wagen dieser Bauart erhielt ein RMW-Hydrolenkung (später auch in anderen Obussen verwendet). Diese war jedoch zu teuer und zu störanfällig. So wurde für diese Achsen eine pneumatische Hilfslenkung entwickelt.
Bei Ausfall der Hilfslenkung oder der Druckluftanlage war ein Fahren oder Schleppen sehr schwierig.
Nach dem Krieg waren ander Achsen und Reifen greifbar. Teilweise wurden einfach belastbare Reifen montiert und einfach die Außenreifen weggelassen (das geht bei Trilex-Felgen mit dem Distangsring recht einfach) oder andere Achsen teilweise dann ohne Hilfslenkung eingebaut.

Die doppeltbereifte Vorderachse läßt sich noch bei dem ex Wilhelmshavener Obus in Eberswalde ansehen.

Gruß Mattis

Salzburg/Eberswalde



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:07:01:21:05:49.

fahrplandaten von 1954 dazu [5B]

geschrieben von: 6001

Datum: 04.07.08 13:12

zuerst einmal herzlichen dank für diesen ganz wunderbaren beitrag! das waren ja wieder echte bild-schätzchen. manche kannte ich schon - aber ich habe sie noch nie in so einer guten digitalen version zu sehen bekommen! gerne mehr davon.

ergänzen möchte ich diesen beitrag ohne viele weitere worte mit einigfen scans bzgl. der o-buslinie 29 aus dem üstra-fahrplan von 1954:

verzeichnis aller haltestellen der line O29:

http://img393.imageshack.us/img393/2254/fahrplan1954o2903lv0.jpg

fahrplanseiten der line O29:

http://img393.imageshack.us/img393/5730/fahrplan1954o2901ay5.th.jpg http://img92.imageshack.us/img92/733/fahrplan1954o2902ge2.th.jpg

verkehrsnetzpläne:

http://img234.imageshack.us/img234/7409/fahrplan1954verkehrsnetqf0.th.jpg http://img68.imageshack.us/img68/1005/fahrplan1954verkehrsnetec6.th.jpg

zu den beiden plänen noch diese anmerkungen:

- straßenbahnstrecke schillerstraße: diese wurde bereits am 30.11.1953 stillgelegt - hätte also gar nicht mehr verzeichnet sein dürfen
- endstelle fischerhof der linie 4: diese wurde am 4.4.1954, also im laufe des fahrplanjahres stillgelegt
- linie 13/O13: auf dem außenstreckenplan ist die linie 13 noch als kombi aus tram - sonntags und einzelfahrten werkstags bis misburg, bf. der straßenbahn - und bus dargestellt (was beim blick auf die fahrplanseite auch als richtig erkannt wurde). auf dem innenbereichsplan ist aber nur der bus gezeichnet ...
- omnibus-ringlinie R: diese wurde erst im laufe des jahres 1954 in betrieb genommen.

beachtenswert finde ich auch die div. kleinen zeichnungen, mit denen die pläne bebildert wurden!

wer kann noch mehr zu den plänen beitragen?

gruß andreas alias http://abload.de/img/6001bqeqqd.jpg

ergänzung [mL]

geschrieben von: 6001

Datum: 30.07.08 16:02

eine ergänzung zu ludgers bericht über die obusse in hannover findet man hier:

[drehscheibe-online.ist-im-web.de]

gruß andreas alias http://abload.de/img/6001bqeqqd.jpg

Serverüberwachung / Servermonitoring mit Livewatch.de
Servermonitoring mit Livewatch.de