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[CH/F]: Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg

geschrieben von: Urs Nötzli

Datum: 09.03.17 22:38

9. März 2017

SBB Medienmitteilung

Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg


In der Zusammenarbeit zwischen der SBB und der SNCF ist heute ein entscheidender Schritt erfolgt: Die Chefs der beiden Bahnunternehmen haben in Paris einen Vertrag zur Regelung der Betriebsmodalitäten des Léman Express unterzeichnet. Diese zukünftige grenzüberschreitende S-Bahn wird über 40 Bahnhöfe der Kantone Waadt und Genf sowie der Region Auvergne-Rhône-Alpes und somit über eine Million Einwohner bedienen.

Andreas Meyer, CEO der SBB, und Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, haben heute in Paris die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen im Hinblick auf den Betrieb des Léman Express besiegelt. Die integrale Inbetriebnahme dieser grenzüberschreitenden S-Bahn ist für Dezember 2019 vorgesehen, wenn der Bau des Kernstücks, der neuen CEVA-Bahnlinie (Cornavin–Eaux-Vives–Annemasse), abgeschlossen ist.

Der Kooperationsvertrag zwischen der SBB und der SNCF definiert die Rahmenbedingungen des Betriebs des Léman Express und bereitet die Gründung einer neuen Gesellschaft namens Lémanis vor. Er stärkt die Beziehungen zwischen der SBB und SNCF und gewährleistet die harmonische und nachhaltige Entwicklung der Mobilität in dieser Region mit über einer Million Einwohnern. Die Aufgabe von Lémanis wird es sein, das neue Bahnangebot des Léman Express zu vermarkten und den Betrieb beidseits der Grenzen zu koordinieren. In den kommenden Wochen findet in Anwesenheit der Besteller dieses Regionalangebots die Gründung der Lémanis SA statt.

Kürzlich wurde für die Lancierung des künftigen grenzüberschreitenden Netzes unter dem Namen OMEX (Organisation für die Betriebseinführung Léman Express/CEVA) ein Team aus Mitarbeitenden der beiden Unternehmungen zusammengestellt. Dieses wird von Daniel Leuba von der SBB und Armelle Laugier von SNCF geleitet. Das Team übernimmt sowohl im Bereich der Infrastruktur als auch bei den Dienstleistungen für die Kunden des Léman Express technische und operative Aufgaben.

Mit dem Zusammenarbeitsvertrag und der Gründung von Lémanis streben SBB und SNCF nun eine schnelle Entwicklung des Angebots von Léman Express an, dies zusammen mit allen Partnern des künftigen grenzüberschreitenden Netzes.


Eine grenzüberschreitende S-Bahn – einzigartig in Europa.

Der Léman Express wird sowohl die Kantone Waadt und Genf als auch die Departemente Ain und Haute-Savoie bedienen. Auf dem 230 Kilometer langen Netz des Léman Express werden täglich 50 000 Reisende erwartet. Mit der Inbetriebnahme der 16 Kilometer langen CEVA-Linie verkürzt sich die Reisedauer zwischen Genf Cornavin und Annemasse von 47 Minuten (aktuell im Bus) auf 22 Minuten.

Die SBB und die Region Auvergne-Rhône-Alpes haben knapp 500 Millionen Franken bzw. 460 Millionen Euro in die 40 Züge der zukünftigen grenzüberschreitenden S-Bahn investiert. Die französischen und schweizerischen Besteller des Regionalverkehrs finanzieren die knapp 2 Milliarden Franken bzw. 1,8 Milliarden Euro für die Modernisierung der Infrastruktur und den Bau der neuen CEVA-Linie, die dem Léman Express seine grenzüberschreitende Dimension gibt.

Ende der Durchsage . . .

Grenzüberschreitende S-Bahnen gab es schon und das sollte Herr Meyer als Basler eigentlich wissen. Allerdings wollten die Franzosen da plötzlich nicht mehr mitmachen. Deshalb glaube ich noch nicht, dass dies auf Dauer funktionieren wird. Die SBB haben Probleme und müssen nun sog. Erfolge vorweisen, siehe automatische Busse in Sion und jetzt in Zug . .
Dass die CEVA nach Annemasse viel bringt ist klar, ist aber praktisch eine Genfer S-Bahn, nur der Endpunkt liegt in Frankreich und die Strecke wird rein von schweizerischen Fahrzeugen mit 15 kV 16,77 Hz betrieben, Annemasse wird sodann ein Zweispannungsbahnhof. Hingegen wird die Strecke Genf - La Plaine (Grenze) - Bellegarde in Zukunft S-Bahnmässig gemeinsam betrieben. Im Prinzip fahren schon lange franz. Züge bis Genf-Cornavin - es war schlussendlich eine PLM-Strecke. Der Regionalverkehr bis La Plaine betrieb die SBB selbstständig. Einige Zugspaare nach Bellegard konnte die SBB fahren. Dazu gibt es ja bereits die eigentlich für die Basler-S-Bahn vorgesehenen "Flirt-France, welche in ganz Frankreich zugelassen sind. Das daraus jetzt ein Teil der "neuen" S-Bahn werden wird, war abzusehen. Inwieweit sich der Pendlerverkehr vermehrt ins franz. Rhônetal verlagern wird, ist für mich fragwürdig, zumal diese nach Genf strömenden "Frontaliers" zur Zeit eher aus Annemasse und dem Pay de Gex (vorzugsweise mit eigenem PW) in die Schweiz gelangen. Die Tramlinie in Richtung dieses Tales liegt bereits bis an die Grenze beim CERN, die vorgesehene Weiterführung lässt aber auf sich warten.

Urs

Re: [CH/F]: Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg

geschrieben von: Railfan

Datum: 09.03.17 23:21

Es ist wie schon oft, die Infrastruktur wäre vorhanden, aber man will sie grenzüberschreitend nicht nutzen.

Ob auf die Dauer auf den neuen Infrastrukturen gross etwas wird, können wir dann in 10 - 20 Jahren beurteilen.

Basel ist ja ein sehr gutes Beispiel. Weder nach Deutschland noch nach Frankreich gibt es kaum etwas Durchgehendes im Regionalverkehr. Mir kommen auch Konstanz, St. Margrethen, Buchs, Vallorbe etc. in den Sinn. Geh mal um 17.00 h den sehr regen Autoverkehr CH - F in dieser Region anschauen.

Eisenbahnen sind die teure Verwaltungen mit grossen Worten und Ankündigungen aber der kleinen Taten. Schade.

Re: [CH/F]: Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 10.03.17 10:26

Urs Nötzli schrieb:
Grenzüberschreitende S-Bahnen gab es schon und das sollte Herr Meyer als Basler eigentlich wissen. Allerdings wollten die Franzosen da plötzlich nicht mehr mitmachen. Deshalb glaube ich noch nicht, dass dies auf Dauer funktionieren wird. Die SBB haben Probleme und müssen nun sog. Erfolge vorweisen, siehe automatische Busse in Sion und jetzt in Zug . .
Naja, einfach eine einzelne S-Bahn-Linie teilweise über die Grenze verlängern, gibt es natürlich öfters, nicht nur in Basel (z.B. Zürich war noch früher dran, und auch in Genf fährt man jetzt schon teils über die Grenze). Das Besondere in Genf ist schon, dass hier nicht nur irgend ein einzelne, sowieso schon fahrender Linie in eine S-Bahn umbenannt wird, sondern dass eine grenzüberschreitende "Stammstrecke" weitgehend neu gebaut wird. Auf der dann immerhin 4 S-Bahn-Linien (wenn auch wohl nur je stündlich) und 2 RE fahren sollen.

Zitat:
Dass die CEVA nach Annemasse viel bringt ist klar, ist aber praktisch eine Genfer S-Bahn, nur der Endpunkt liegt in Frankreich und die Strecke wird rein von schweizerischen Fahrzeugen mit 15 kV 16,77 Hz betrieben, Annemasse wird sodann ein Zweispannungsbahnhof.
Äh, die S-Bahnen müssen eigentlich alle auch 25 kV-tauglich sein, da ja weit bis nach Frankreich hinein gefahren wird, zumindest mit 3 von 4 Linien (während auf schweizer Seite "nur" ein kurzes Stück bis Coppet anschliesst) und nicht umsonst kauft die SNCF eine grössere Anzahl Mehrsystemtriebwagen um ihren Anteil des Netzes quasi im Kilometerausgleich zu fahren. In Annemasse gibt es nur ein(?) 15 kV-taugliches Gleis, auf dem die RE wenden sollen.

Zitat:
Hingegen wird die Strecke Genf - La Plaine (Grenze) - Bellegarde in Zukunft S-Bahnmässig gemeinsam betrieben. Im Prinzip fahren schon lange franz. Züge bis Genf-Cornavin - es war schlussendlich eine PLM-Strecke.
Zwischen Genf und La Plaine wird sich nicht wirklich etwas ändern, es sollen nur vermutlich mehr Züge nach Bellegarde verlängert werden.
Ursprünglich war es eine PLM-Strecke (inkl. Bahnhof Genf), die dann im Zuge des "Baus" der Strecke nach Eaux-Vives von Genf gekauft wurde und an die SBB übergeben (genauso wie die Genfer Staatsbahn bei Vollendung der Strecke an die SBB geht). Immerhin ist man nun nach schon über hundert Jahren "Bauzeit" nun auf der Zielgeraden.

In Basel ist neben den zeitweisen Unwillen und dem deutlich geringeren fahrgastnutzen auch der Fahrplan ein Problem, die "durchzubinden" Züge verpassen sich um 5 min und beide Seiten wollen/können ihren Zug nicht verschieben.

Gruss

Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.03.17 10:28.

Re: [CH/F]: Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg

geschrieben von: Urs Nötzli

Datum: 10.03.17 23:04

Florian Ziese schrieb:

Urs Nötzli schrieb:
Grenzüberschreitende S-Bahnen gab es schon und das sollte Herr Meyer als Basler eigentlich wissen. Allerdings wollten die Franzosen da plötzlich nicht mehr mitmachen. Deshalb glaube ich noch nicht, dass dies auf Dauer funktionieren wird. Die SBB haben Probleme und müssen nun sog. Erfolge vorweisen, siehe automatische Busse in Sion und jetzt in Zug . .
Naja, einfach eine einzelne S-Bahn-Linie teilweise über die Grenze verlängern, gibt es natürlich öfters, nicht nur in Basel (z.B. Zürich war noch früher dran, und auch in Genf fährt man jetzt schon teils über die Grenze). Das Besondere in Genf ist schon, dass hier nicht nur irgend ein einzelne, sowieso schon fahrender Linie in eine S-Bahn umbenannt wird, sondern dass eine grenzüberschreitende "Stammstrecke" weitgehend neu gebaut wird. Auf der dann immerhin 4 S-Bahn-Linien (wenn auch wohl nur je stündlich) und 2 RE fahren sollen.

Zitat:
Dass die CEVA nach Annemasse viel bringt ist klar, ist aber praktisch eine Genfer S-Bahn, nur der Endpunkt liegt in Frankreich und die Strecke wird rein von schweizerischen Fahrzeugen mit 15 kV 16,77 Hz betrieben, Annemasse wird sodann ein Zweispannungsbahnhof.
Äh, die S-Bahnen müssen eigentlich alle auch 25 kV-tauglich sein, da ja weit bis nach Frankreich hinein gefahren wird, zumindest mit 3 von 4 Linien (während auf schweizer Seite "nur" ein kurzes Stück bis Coppet anschliesst) und nicht umsonst kauft die SNCF eine grössere Anzahl Mehrsystemtriebwagen um ihren Anteil des Netzes quasi im Kilometerausgleich zu fahren. In Annemasse gibt es nur ein(?) 15 kV-taugliches Gleis, auf dem die RE wenden sollen.

Zitat:
Hingegen wird die Strecke Genf - La Plaine (Grenze) - Bellegarde in Zukunft S-Bahnmässig gemeinsam betrieben. Im Prinzip fahren schon lange franz. Züge bis Genf-Cornavin - es war schlussendlich eine PLM-Strecke.
Zwischen Genf und La Plaine wird sich nicht wirklich etwas ändern, es sollen nur vermutlich mehr Züge nach Bellegarde verlängert werden.
Ursprünglich war es eine PLM-Strecke (inkl. Bahnhof Genf), die dann im Zuge des "Baus" der Strecke nach Eaux-Vives von Genf gekauft wurde und an die SBB übergeben (genauso wie die Genfer Staatsbahn bei Vollendung der Strecke an die SBB geht). Immerhin ist man nun nach schon über hundert Jahren "Bauzeit" nun auf der Zielgeraden.

In Basel ist neben den zeitweisen Unwillen und dem deutlich geringeren fahrgastnutzen auch der Fahrplan ein Problem, die "durchzubinden" Züge verpassen sich um 5 min und beide Seiten wollen/können ihren Zug nicht verschieben.

Gruss

Florian


Betreffend CEVA ist klar, dass bislang nur Züge bis Annemasse fahren sollten. Und dafür reichen reine 15 kV-Züge längst. Für das Rhônetal ist die Zweispannungslösung ja zumindest SBB-seitig verwirklicht, die SNCF hat noch nichts Gleichwertiges anzubieten. Sollte allenfalls mal die Tonkin-Linie wieder (elektrisch) in Betrieb kommen, oder eine Weiterausdehnung aus Genf in Richtung La Roche-sur-Foron angedacht wäre, würde sich dann die Frage neu tatsächlich stellen. Meines Wissens sollen in Annemasse zwei Gleise für 15 kV (oder umschaltbar?) realisiert werden. Hinter diesem Gleis (Seite Evian) wurden/werden SNCF-Züge abgestellt, was eine Umschaltmöglichkeit bedingen würde, wenn diese Abstellungen bleiben.

In La Plaine wird sich schon einiges ändern: Dieses Jahr soll der Bahnhof umgebaut werden, indem das frühere Perron wieder (allerdings in anderer Form und durch eine Unterführung) wieder genutzt werden kann, so dass auch wieder vermehrt Züge aus Frankreich halten können. Bisher musste jeweils der in Gleis 1 eingefahrene Zug aus Genf in das Stumpengleis Seite Pugny-Chancy vorziehen und denjenigen aus Bellegard ans Hausperron lassen . . . Aber grundsätzlich ist dies ja nichts Neues! Und ob dies alles so kommen wird, wie geplant, wird sich weisen: Ob da das französiche "Heimatschutzamt" nicht doch noch Probleme machen wird?

Basel hat ja grenzüberschreitend nach F ursprünglich funktioniert, ob dies mit den Fahrlagen sich nicht hätte lösen lassen, wenn man nur wollte?

Basel und Genf kann man wohl nicht gleichsetzen! Basel ist die Verkehrsdrehscheibe, was in La Plaine kaum der Fall ist. Ob Annemasse tatsächlich als Drehscheibe oder eben nur als Park and Ride-Anlage genutzt wird? Das Problem waren doch die Stausituationen von den franz. Grenzübergängen in die Stadt Genf.

Und:
Danke Railfan - sehe das auch so!

Urs

Re: [CH/F]: Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg

geschrieben von: CH-Mirage

Datum: 11.03.17 02:27

Salut tout le monde

Lieber Urs (und andere)

Frankreich-Bashing ist hier fehl am Platz!
Nur weil in Basel die 'grüne Linie' nach Mulhouse von der (damaligen) Région Alsace gekappt wurde (nicht vom franz. Staat!), heisst das nicht, dass es in Genève nicht funktioniert.
Das ist ein Apfel-Birnen-Vergleich, der so nicht geht!
Die Situationen sind nicht vergleichbar, Genève als am stärksten wachsende zweitgrösste Agglomeration der CH hat eine richtige RER (S-Bahn) dringend nötig.
Was Zürich hat, verdient längst auch Genève!
Dadurch, dass das S-Bahn-Einzugsgebiet (Agglo-Hinterland) im Ausland liegt, dauerte das Ganze natürlich länger, weil technische und politische Hindernisse überwunden werden mussten.
Aber jetzt kommt mit CEVA und einer richtigen S-Bahn eine gute Lösung.
Mit keinem anderen Nachbarland funktioniert heute die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Infrasteukturausbau so gut wie mit Frankreich (vgl. Haut-Bugey, Ausbau Dôle-Vallorbe, Delle-Belfort, Mont-Blanc-Express und eben CEVA).

Zur S-Bahn 'Léman Express' konkret:

Vielleicht ist Dir (Euch) entgangen,

- dass es Durchmesserlinien geben wird, z.B. Coppet (CH)-Genève/Cornavin-Annemasse-Thonon-Evian oder Coppet (CH)-Genève/Cornavin-Annemasse-La Roche-St-Gervais/-Annecy oder Coppet (CH)-Genève/Cornavin-La Plaine (CH)-Bellegarde (FR),

- dass nebst den Endstationen Bellegarde, Evian, St-Gervais-Le Fayet, Annecy, auch die 'Ringlinie' um den Kanton GE, also Bellegarde-St-Julien-Annemasse ins S-Bahnnetz eingebunden ist,

- dass der Anfangsbestand an Rollmaterial aus 40 auf dem ganzen (!) Netz fahrenden 2-System-Triebzügen bestehen wird (23 SBB-Flirts RABe 522.2 und 17 SNCF-Régiolis),

- dass die von der franz. Région AuRA (Auvergne-Rhône Alpes) bestellten 17 SNCF-Régiolis als speziell angepasste Version auch für 15kV 16,7 Hz~ und die CH-Zugsicherungssysteme ausgerüstet sind.
Diese werden sehr wohl auch auf dem SBB-Netz fahren, und zwar nicht nur Genève/Cornavin-La Plaine (CH), sondern eben auch Annemasse-Genève/Cornavin-Coppet (CH),

- dass im Gegenzug auch SBB-Flirts in Evian (F) oder La Roche-St-Gervais/-Annecy auftauchen werden,

- die neu zu gründende Koordinations- Planungs- und Betriebsgesellschaft Lémanis SA (analoge Aufgaben wie z.B. ZVV) eine schweizerische Gesellschaft mit Sitz in Genève ist (Anteil SBB 60%, SNCF 40%). Dies deshalb, weil zwar kilometermässig der grösste Teil in FR, aber der eigentliche Existenzgrund der S-Bahn mit der Kernstadt Genève in der CH liegt,

- dass die Rollmaterialaufteilung (23 SBB, 17 SNCF) ziemlich genau der Aufteilung der Lémanis SA entspricht (60% CH, 40% FR),

- dass Personal und Rollmaterial bei den Mutterhäusern verbleiben.

Meilleures salutations
Beschti Grüess
Ueli



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.03.17 02:34.

Re: [CH/F]: Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg

geschrieben von: rabe 520

Datum: 11.03.17 19:36

CH-Mirage schrieb:
- dass es Durchmesserlinien geben wird, z.B. Coppet (CH)-Genève/Cornavin-Annemasse-Thonon-Evian oder Coppet (CH)-Genève/Cornavin-Annemasse-La Roche-St-Gervais/-Annecy oder Coppet (CH)-Genève/Cornavin-La Plaine (CH)-Bellegarde (FR),

Stimmt alles bis auf letztere. La Plaine und Bellegarde werden nur ab Genf und nicht Coppet bedient. Ist aufgrund der Lage der Regionalzugsgeleisen Coppet-Genf und der Anbindung der Strecke nach La Plaine aber auch naheliegend, dass es die Verbindunf Coppet-La Plaine vorerst nicht geben wird.

Re: [CH/F]: Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 11.03.17 20:49

In Basel hätte ja sowieso nur ein Teil der S 1 durchgehend fahren können, die 6 NPZ hätten nur für einen Stundentakt (oder ein wildes durcheinander) gereicht, die Halbstundenzüge hätten auf jedenfall gebrochen werden müssen. Mit den 12 bestellten FLIRT als NPZ-Nachfolger hätte man zwar prinzipiell einen Halbstundentakt fahren können, hätte man zur HVZ aber alle Züge in Doppeltraktion fahren wollen (die FLIRT sind nur etwa halb so lang wie die NPZ) hätte es aber wohl wieder nicht für alle Züge gereicht. Mit den späteren 14 RABe 522.2 als Ersatz für die gescheiterten RABe 522.0 wäre es wohl gerade gegangen. Zumindest wenn man keine Dreifachtraktionen fährt (gibt es da welche auf der schweizer Seite?), sonst benötigt man zustätzliche Zeit in Basel zum Stärken/Schwächen mit nicht F-tauglichen Zügen

Davon abgesehen ist der Nutzen in Basel doch eher überschaubar, ein grosser Teil der Fahrgäste dürften in Basel aussteigen und aus der Schweiz auch, ein paar die noch ein oder zwei Stationen weiterfahren. Prinzipiell ist die Durchbindung natürlich sinnvoll und längerfristig sind auch solche Verbindungen wieder geplant (und sei es nur zum Flughafen), aber momentan ist der Nutzen wohl zu gering im Vergleich zum Aufwand.

Ganz anders sieht es in Genf aus, hier bekommt man aus Frankreich neu schnelle Direktverbindung nach Genf mit mehreren Halten in der Stadt statt früher oft nur mit Umsteigen und dann auch nur bis Eaux-Vives.

Wenn ich mich recht erinnere, soll Annemasse ein umschaltbares Gleis bekommen, auf welchem die halbstündlichen RE (RVD) wenden, allenfalls auch die vierte S-Bahn-Linie (mit 25 kV-fähigem Fahrzeug muss sie das aber nicht), die drei anderen S-Bahnen sollen nach Frankreich weiterfahren.

Nach La Plaine sollen mal die Bahnsteige verlängert werden, damit dort irgendwann FLIRT-Doppeltraktionen fahren können so mehr Verkehr aufnehmen können. Zudem soll schrittweise irgendwann der Viertelstundentakt eingeführt und öfters bis Bellegarde will man wohl auch fahren (der Regionalverkehr ab La Plaine dort hin war jahrelang ganz eingestellt, jetzt fährt man wenigstens zur HVZ einige Züge).

Eine Durchbindung nach Coppet (heute 30 min-Takt) ist nicht so einfach, da die Infrastruktur nur einen 15 min-Takt dorthin zulässt und der zukünftig von den vier Linien nach Annemasse belegt ist. Zudem hätte man bei den Zügen aus La Plaine in Genf Kreuzungskonflikte und zumindest die nächste Zeit auch noch ein Problem mit der Zuglänge, da nach La Plaine erst mal noch keine Doppeltraktionen möglich sind.

Gruss

Florian

Re: [CH/F]: Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg

geschrieben von: Schwellenmaus

Datum: 18.03.17 21:52

CH-Mirage schrieb:
- die neu zu gründende Koordinations- Planungs- und Betriebsgesellschaft Lémanis SA (analoge Aufgaben wie z.B. ZVV) eine schweizerische Gesellschaft mit Sitz in Genève ist (Anteil SBB 60%, SNCF 40%).
Eine entfernte Analogie ist nicht abzustreiten, aber:

Der ZVV ist ein eine unselbständige Anstalt des Kantons Zürich und hat primär strategische und "hoheitliche" Aufgaben. Er bestellt (zusammen mit dem Bund) u.a. die Leistungen bei den Transportunternehmungen und regelt den Verbundtarif.

Lémanis ist eine orivatrechtliche AG im Eigentum von SBB und SNCF. Ihre Aufgabe wird sein, den Léman Express zu vermarkten und den Betrieb beidseits der Grenzen zu koordinieren. Ob sie eine Aufgabe im Verbundtarif Unireso haben wird, weiss ich nicht. Im Bestellprozess Regionaler Personenverkehr wird sie allenfalls den Erbringer vertreten, sicher nicht die Besteller.

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