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Ergänzungen zu den "Mitteleinstiegwagen ohne Mitteleinstieg"

geschrieben von: DSG-BZL Köln

Datum: 02.03.17 09:44

zum Beitrag von Rolf Koestner weiter unten
und selbigem im HiFo: [www.drehscheibe-online.de]

Hallo,

dem TS-Sounddesigner und mir liegt so ziemlich der gesamte offizielle DB- Schriftwechsel zu Modernisierung, Umbau und Rückbau der ARm 216 und BRym 446 vor. Um etwas Licht in das Dunkel dieser recht schwer nachvollziehbaren Baumaßnahme zu bringen, haben wir uns entschlossen, eine Kurzfassung aus den Unterlagen zusammenzustellen, in der, so hoffen wir, alle wesentlichen Punkte enthalten sind, die dieses Vorhaben etwas verständlicher machen.

Die Vorschläge zur Modernisierung bzw. zum Umbau/ Rückbau der ARüm 216 und BRym 446 gehen bereits auf das Jahr 1969 zurück. Zunächst sollten alle 16 AR und 31 BR verbesserte Kücheneinrichtungen (Gasherde und Elektrokühlschränke) erhalten, nicht zuletzt weil die Gesundheitsbehörden die unhygienischen Zustände in den Speisewagen bemängelt hatten.
Als Probewagen wurden 1972 je ein ARüm und BRym mit einer modernisierten Küche ausgestattet. Wegen zu hoher Kosten und langer Lieferzeiten wurde diese Sonderarbeit auf insgesamt 7 AR und 7 BR beschränkt, für die bereits das Material beschafft war.
Weitere 7 AR und 16 BR erhielten 1973/74 eine „Küchenauffrischung“, wobei aber Kohleherd und Stangeneiskühlung erhalten blieben, um noch bis Ende 1975 eingesetzt werden zu können (Auflage der Gesundheitsbehörden). 8 BR und 1 AR waren bereits abgestellt, 1 AR wurde in einen Ausstellungswagen umgebaut.
Alle nicht modernisierten Wagen (8 AR und 24 BR) sollten ab 1975 in Sitzwagen zurückgebaut werden, zusätzlich auch die Büfettwagen BRbum 281 bis 283. Der Umbau sollte nicht in eigenen Werken erfolgen, deshalb wurden die Waggonbauanstalten, wie die Firmen von der DB gern bezeichnet wurden, zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert. Günstigster Anbieter für Konstruktion, Zeichnungen und Umbau von je einem AR, BR und BRbu war die Hansa-Waggonbau, Bremen.
Auf den Rückbau der BRbu wurde im Juli 1974 wegen des Speisewagenmangels verzichtet, der Umbau sollte – um das Auftragsvolumen gleich zu halten – auf 2 ARüm und 1 BRym geändert werden.
Wegen der verspäteten Auslieferung der Quick-Pick-Prototypen (WRbumz 139) und dem sich abzeichnenden Speisewagenmangel ab 1975 wurde mit dem Gesundheitsministerium eine Ausnahmeregelung für den Einsatz der nicht modernisierten 8 ARüm 216 bis Ende 1976 vereinbart. Damit fielen die AR zunächst aus dem Umbauprogramm und Hansa änderte im Juni 1975 erneut das Angebot auf den Rückbau von 2 BRym als Probewagen.
Im August 1975 wurde bekannt, dass Hansa-Waggon einen Insolvenzvergleich anstrebte, die Neubauwagenfertigung eingestellt hatte und nur noch die Reparaturwerkstatt weiter arbeitete. Eine von der DB gewünschte Stornierung des Auftrags für die BR konnte beim Konkursverwalter nicht durchgesetzt werden, denn dieser hatte die Zusage bei seinen Verhandlungen mit den Banken und dem Bremer Senat verwendet.
Zum gleichen Zeitpunkt rügte das Hauptprüfungsamt der DB die hohen Umbaukosten und forderte eine erneute Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sowie eine Zurückstellung des Umbaus der Serienwagen. Zu diesen Berechnungen kam es nicht mehr, inzwischen reiften Pläne zum Verkauf eines Teils der Wagen und zum Umbau in Gesellschaftswagen.
Damit blieb es bei dem nicht mehr zu verhindern gewesenen Umbau von zwei Wagen durch Hansa. Festgelegt waren bereits die BA Bym 423 und die Nummerngruppe ab 21-11 661 (trotz 12 fiktiver Abteile). Nach dem Umzeichnungsplan für alle Wagen erhielt damit der 85-43 006 die neue Nr. 21-11 666 und der 85-43 023 wurde zu 21-11 683. Fertiggestellt wurden die Wagen im März und April 1976, die Gesamtkosten für beide (einschl. R 4) lagen bei über einer halben Million DM….

Die ausführliche Darstellung des gesamten Unterfangens wäre ein abendfüllendes Programm in mehreren Teilen, wollen wir euch und uns ersparen, spezielle Fragen werden aber gern beantwortet. Die geplanten Grundrisse können wir aus rechtlichen Gründen hier nicht veröffentlichen, der AR sollte nach den drei A-Abteilen einen Großraum wie der Bym erhalten, der BRbu anstelle des Büfettraumes einen 2.Kl.-Großraum mit 35 Plätzen in 2+1- Anordnung mit verstellbaren Sitzen und Klapptischen.

Grüße vom TS-Sounddesigner und Uwe

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